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Dienstag, 4. März 2014

Lanugohaare, Möchtegern-Magersüchtige und Wintermädchen


04.03.14

Gewicht: 37,2
BMI: 15,3
Eingenommene Kalorien: 150
Verbrannte Kalorien: 204
Restliche Kalorien: 0

Ja, ich hab zugenommen und ich wollte langsam wieder abnehmen, sprich: nicht Schlag auf Schlag wieder weniger essen. Aber ich hatte heute irgendwie keinen Hunger und da hat auch das Kaugummi kauen nichts gebracht. Also hab ich heute wieder "extrem" weniger gegessen und das bestand aus ein paar Pommes und einer Milchschnitte. Die Frage ist nur, ob ich jetzt ein, zwei Tage wieder abnehmen und anschließend wieder einen Stillstand "durchleben" werde. Ich muss abwarten.
Außerdem hat meine Schwester heute zu mir gemeint: "Du hast voll die Haare auf dem Rücken" "Schatz, die hat jeder", hab ich gesagt und "Ja, aber die sind ungewöhnlich lang!" als Antwort bekommen. Und damit hat sie mich bestätigt, ohne es zu wissen. Seitdem ich weiß, dass Lanugohaare wachsen, wenn man zu wenig isst, habe ich immer wieder überprüft, ob sie bei mir auch auftreten. Aber ich war mir nie sicher, ob es die "normalen" Haare waren oder ob ich mir die Lanugobehaarung einfach nur einbilde. Auch bei den Fingern ist mir das aufgefallen, aber da ich vorher nie drauf geachtet hatte, war ich mir auch da nicht sicher. Da mich jetzt aber meine Schwester darauf aufmerksam gemacht hat, gehe ich davon aus, dass es eben diese Lanugohaare sind.

Kennt ihr diese..."Möchtegern-Magersüchtigen"? Diese Menschen, die zwei, drei Wochen weniger essen und dann sagen, sie wären total tief in die Magersucht reingerutscht? Und drei Tage später sagen sie, sie hätten die Magersucht bekämpft? Ja? Nun, manchmal habe ich das Gefühl, dass ich zu diesen Möchtegern-Kranken gehöre. Dass ich von heute auf morgen wieder normal essen und "gesund" (ich wäre dann ja nicht wirklich krank) werden könnte. Das denke ich, wenn ich mir meine Portionen selbst aussuche und so wenig nehme, dass es für mich okay, es aber meiner Mutter nicht auffällt. Das denke ich auch dann, wenn ich esse. Aber sobald ich mit dem Essen fertig oder in einem Lokal zum Essen bin, stelle ich dieses "Ich bin doch auch nur ein Möchtegern"-Denken infrage. Und wenn ich dann mal wieder 100 Gramm zugenommen habe und mich hasse, wispert die Stimme, die mir immer wieder "Möchtegern-Magersüchtige" ins Ohr flüstert, dass ich "mir mein Durchdrehen wegen der 100 Gramm nur einrede, um - mir gegenüber - überzeugender rüber zukommen."
Wenn ich so drüber nachdenke, ist vielleicht das die Stimme, "die deine Gesundheit und ein fröhliches junges Mädchen haben möchte.", wie Calla so schön sagte. Ich weiß es nicht. Dieses ganze "Möchtegern ja nein"-Nachdenken während des Schreibens von diesem Abschnitt hat mich ziemlich verwirrt und jetzt weiß ich nicht mehr, was ich bin. Wer ich bin.

Ich hab gestern meinen E-Book-Reader gefunden und gefühlte hundert Bücher über Magersucht rausgesucht. Eines (Wintermädchen) hab ich schon eine ganze Weile auf meiner Liste stehen und meine Mutter sagte, dass das Buch gut ist, also werde ich bei dem Buch keine Probleme haben, beziehungsweise seltsame Blicke zu kassieren. Wenn ich aber ein paar Bücher mehr raussuche und die über ihren Namen bestellen lasse (weil ich ja noch nicht volljährig bin), wird es kritisch.

Montag, 3. März 2014

Zukunft?


03.03.14

Gewicht: 36,6
BMI: 15,0
Eingenommene Kalorien: 632
Verbrannte Kalorien: 1291
Restliche Kalorien: 0

Ich hab mehr gewogen und war irgendwie erleichtert. Mein Stoffwechsel scheint langsam wieder zu funktionieren, aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht vielleicht einfach noch ein bisschen Wasser war. Also hab ich wieder gegessen, noch mehr als gestern und was soll ich sagen? Es gab eine "gegenwärtige Stimme" und eine "zukünftige". Die zukünftige Stimme sagte immer wieder: "Iss ruhig, wenn du das isst, nimmst du zu, kurbelst deinen Stoffwechsel an und nimmst wieder wunderbar schnell ab", während die gegenwärtige immer wieder schrie: "Hör auf! Bist du wahnsinnig! Halt wenigstens dein Gewicht, aber werd' nicht noch fetter! Hör auf! Hör auf! Hör auf, verdammt!" Und jetzt weiß ich nicht genau, auf welche ich hören soll...Zudem hab ich keine Ahnung, ob ich mich darüber freuen soll, wenn ich morgen mehr wiege (falls das der Fall ist) oder nicht...
Außerdem war ich heute wieder shoppen (allerdings mit meiner Mutter und meiner Schwester, deswegen musste ich essen...). Früher hab ich nie nachvollziehen können, was am Shoppen so toll sein soll. Jetzt weiß ich es: Es ist der totale Egopush, obwohl man eigentlich meinen sollte, dass sowas mein Ego total zerstört. Aber was soll's, ich bin ziemlich...seltsam.

Sonntag, 2. März 2014

Stillstand


02.03.14

Gewicht: 36,5
BMI: 15,0
Eingenommene Kalorien: 300
Verbrannte Kalorien: 200
Restliche Kalorien: 100

Die 36,5 auf der Waage haben mich so frustriert, dass ich keine Lust auf Sport hatte. Aber vielleicht werd' ich am Dienstag abgenommen haben, weil wir morgen shoppen gehen. Und selbst wenn ich zunehmen würde, wär's mir egal. Ich hab nämlich keine Lust mehr, einen eingeschlafenen Stoffwechsel zu haben, es ist schrecklich nervig. Dann kam noch hinzu, dass ich an Le. denken musste und sie mal wieder vermisst habe. In letzter Zeit kommt das alles wieder hoch. Im Großen und Ganzen also kein guter Tag und auch ganz allgemein war er total ereignislos.
Meine Schwester hat noch Chips drüben, glaube ich und ich bin kurz vor'm Frustfessen. Selbst wenn das in einer FA enden würde (was nebenbei erwähnt meine erste wäre), wäre es mir egal. Das einzige, was mich daran stören würde, wären die Bauchschmerzen, haha.
Gut, ich geh jetzt rüber und frag meine Schwester nach dem Chips und werd' mich damit vollstopfen. Aber ich werde meinen Kalorienintake nicht aufstocken, weil ich die Kalorien nur schätzen könnte und ich bin gerade viel zu lustlos dafür. Was ist nur los mit mir?!?!
Meine Schwester schläft schon und in ihren Zimmer ist es dunkel, ich will sie nicht aufwecken und/oder nach den Chips suchen. Aber ich hab noch einen Lindt-Bären, dann ess ich eben den. Egal.

Wünsche


Ich wünsche mir, dass ich zunehme.
Ich wünsche mir, dass ich abnehme.
Ist mir gleich, Hauptsache, es ändert sich was an meinem Gewicht.
Ich wünsch mir, dass mein Stoffwechsel wieder "aufwacht".
Ich wünsche mir, dass sie zurückkommt.
Ich wünsche mir, dass sie mir schreibt.
Und das, obwohl ich weiß, dass es wahrscheinlicher ist, morgen ein halbes Kilo leichter - oder schwerer - zu sein.
Aber der Wunsch ist trotzdem da.
Ich wünsche mir, dass sie mich vermisst.
Und wenn nicht sie, dann irgendjemand anderes.
Ja.
Ich wünsche mir, dass mich irgendjemand vermisst.
Ich wünsche mir, dass mir jemand eine Nachricht schreibt.
Es muss nicht mal eine "süße" Nachricht sein.
Ich wünsche mir nur, dass mir irgendjemand eine Nachricht schreibt.
Von sich aus.
Ohne, dass ich ihn/sie vorher angeschrieben habe.
Ich habe in letzter Zeit oft darauf geachtet und musste feststellen, dass die Nachrichten, die ich bekomme, zu 98% Antworten sind.
Antworten auf meine Nachrichten.
Irgendwie verletzt mich das.
Ich wünsche mir, dass ich nicht mehr so empfindlich bin.
Ich wünsche mir, dass ich eine andere Version von mir selbst bin.

Samstag, 1. März 2014

Failed


01.03.14

Gewicht: 36,5
BMI: 15,0
Eingenommene Kalorien: 527
Verbrannte Kalorien: 696
Restliche Kalorien: 0

Die ABC Diät hab ich abgebrochen. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich vielleicht bei Tag 10 abbrechen muss, weil das der Fastentag und gleichzeitig ein Ferientag ist. Aber na ja, was soll's. Dann kehre ich eben wieder zu den 500 kcal zurück. Oder ich mache wirklich so eine Art "Refeed-Ferien". Mal sehen. Kommt drauf an, ob ich morgen zunehme oder nicht.
 Okay, wem ich erzähl das was? Ich werde es nicht schaffen, mehr als 1000 kcal zu essen. Mit gutem Willen schaff ich es, mehr als 500 zu essen. Oder mir wird kalorienreiches Essen vor die Nase gestellt. So wie heute. Ich hab gar nicht so viel gegessen, es war nur mit vielen Kalorien "vollgestopft".
Na ja, vielleicht läuft's morgen besser. Ich hoffe es. Ich hoffe, dass ich zunehme. Ja, zunehmen. Ich hab zwar Angst davor, wenn das der einzige Weg ist, meinen Stoffwechsel anzukurbeln (abgesehen von mehr trinken), muss ich das wohl akzeptieren. Also doch "Refeed-Ferien". Argh, immer dieses unsichere Hin und Her, langsam nervt's.
Ich lass mich einfach überraschen. Ganz einfach. "Ganz einfach" also. Haha. Warum mach ich mir was, um mir dann vorzumachen, ich würde mir etwas vormachen? Ähm...Fuck logic. 

Freitag, 28. Februar 2014

Ferien


28.02.14

Gewicht: 36,5
BMI: 15,0
Eingenommene Kalorien: 350
Verbrannte Kalorien: 447
Restliche Kalorien: 0

Abgenommen. Dann haben die 30 kcal gestern ja doch was gebracht. Heute dafür aber ein bisschen mehr...Na ja. Ich denke, ich werde versuchen, in den Ferien mehr zu essen, um meinen Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen. Außerdem will ich mehr trinken. Mindestens zwei Liter am Tag, bis jetzt trinke ich höchstens einen halben bis einen Liter und ich weiß, dass das zu wenig ist, aber ich hab irgendwie nie großen Durst und "verdränge" das dann. Also werde ich versuchen, mehr zu essen und auf jeden Fall mehr trinken. Sollte ich dann wirklich mehr essen, werde ich versuchen, die Kalorien mal Kalorien und die Waage Waage sein zu lassen. Aber wahrscheinlich werde ich es nicht mal schaffen, mehr zu essen, geschweige denn Kalorien und Waage links liegen zu lassen. Mal sehen.
Ich sollte mich auf die Ferien freuen. Keine Schule, keine rumschreienden Menschen, geringere Chancen, dass S. wegen meiner Essstörung dumme Fragen stellt. Aber das bedeutet auch, dass ich mehr essen muss. Ich werde eine Woche lang frühstücken müssen. Wie lange ist es wohl her, dass ich das letzte Mal richtig gefrühstückt habe? Keine Ahnung. Wahrscheinlich zu lange.
Aber jetzt wird es ja wärmer. Das wiederum bedeutet, dass ich lange Spaziergänge machen und dem Essen entfliehen kann. Hoffentlich.

Ich habe übrigens "Meine Ziele" aktualisiert. 

Donnerstag, 27. Februar 2014

Luftschmerzen


27.02.14

Gewicht: 36,9
BMI: 15,2
Eingenommene Kalorien: 30
Verbrannte Kalorien: 100
Restliche Kalorien: 0

36,9. 300. 30. 36,9. 300. 30. 36,9. 300. 30. Immer wieder wiederhole ich die Zahlen in meinem Kopf. Ich war stolz auf die 30 kcal. Wo ich doch das Gewicht "nur" gehalten habe. Wo ich doch das zehnfache hätte essen können. Aber ich wollte nicht. In meinem Magen ist Luft. Ich habe heute höchstens einen halben Liter getrunken. Aber eher unabsichtlich.
 Heute ist Sport ausgefallen, das bedeutet, ich hatte keinen Nachmittagsunterricht. Dumm gelaufen, dann musste ich nämlich zu Mittag essen. Aber meine Mutter hat was neues ausprobiert und es hat nicht so wirklich geschmeckt. Also musste ich nicht viel davon essen. Danach musste ich das Portfolio für mein Kunstprojekt machen - das ganze. Ich hatte bis dato noch nichts geschrieben und muss es bis morgen abgeben, wenn ich die Frist einhalten will. Ich bin zwar zwischendrin mit dem Hund raus, aber auch nur 10 Minuten, weil ich nicht allzu lange an dem Mist sitzen wollte. Ich hatte gegen 14 Uhr angefangen, hatte dann eine ca. 15 minütige Pause gegen 3 und mit dem Portfolio bin ich so gegen 18 Uhr fertig geworden. Ich war total froh - bis ich festgestellt habe, dass ich noch Mathe machen muss. Auch bis morgen. Ich hab also den ganzen Tag mit Schule verbracht und bis deshalb weder zum Essen noch zum Trinken gekommen.
Als ich dann duschen war, hab ich gemerkt, was für einen Hunger ich hatte. Ich wollte den Bauch einziehen, in der Hoffnung, dass das Hungergefühl/der Hungerschmerz verschwand, aber...es war so viel Luft darin, dass es weh tat und es nicht richtig ging. Da hab ich mich ziemlich dick gefühlt.
Anschließend bin ich auf eine Doku gestoßen ("Wenn der Hunger zur Sucht wird: Das Leiden der Magersüchtigen") und als ich dann hörte, dass dort Leute mit 1,84 teilweise 39 kg gewogen hatten...Da fühlte ich mich fett. Ekelerregend. Ich wiege es "nur" 2 kg weniger, bin aber knapp 30 cm kleiner...Das hat mir schon ziemlich zugesetzt und sofort verschwand jegliche "Soll ich was essen? Eigentlich könnte ich ja..."-Überlegung aus meinem Kopf.
Ich überlege, aus den Ferien "Stoffwechselankurblungs"-Ferien zu machen. An sich wäre das gut. Aber dann müsste ich der Waage ausweichen. Dann müsste ich die Diät abbrechen. Ich bin noch so unentschlossen. Ich denke, ich werde es spontan entscheiden, je nachdem, wie leicht meine Eltern es mir machen. Dann werde ich vielleicht sogar 2500 kcal essen, so, wie in dem Post, den Anon (bei dem/der ich mich noch an dieser Stelle bedanken wollte!) mir gezeigt hat, empfohlen wird. Mal sehen.
Ich schreibe so durcheinander, fällt mir auf. Aber das ist mir egal. Mir ist ein bisschen schwindelig. Aber eher...im Hinterkopf. Hört sich komisch an, aber vielleicht weiß ja jemand, was ich meine...? Ich sollte versuchen, zu schlafen, aber das wird wieder Stunden dauern. Mein Magen tut von der vielen Luft weh, ich sollte ein wenig essen, aber ich will nicht. Ich bin zu müde, um aufzustehen.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Gut oder schlecht?


26.02.14

Gewicht: 36,9
BMI: 15,2
Eingenommene Kalorien: 311
Verbrannte Kalorien: 504
Restliche Kalorien: 0

Die restlichen 90 Kalorien haben mir ganze 300 g beschert. Grausam. Aber na ja. Ich hab versucht, positiv zu denken: Es sind keine 37 kg. Aber kurz davor. Und das bereitet mir Angst. Was, wenn ich wieder zunehme? Selbst wenn es "nur" 100 g sind, habe ich meine Angstzahl 37 wieder erreicht. Das will ich nicht. Das kann ich nicht. Wie soll ich denn da in die Schule gehen? Vor allem, weil ich morgen nicht mal lange Schule und somit keine Möglichkeit, das Mittagessen ausfallen zu lassen, habe. Und wenn ich Pech habe, kann ich mich morgen nicht wiegen, weil bei meiner Schwester morgen die erste Stunde ausfällt, ich dreh noch durch.
Ich hab M. getroffen und wir haben "Mäxle" gespielt. Er saß neben mir und ich war so auf ihn fixiert, dass ich ständig beim Lügen zu lange gebraucht habe und schließlich mit "Ach egal" aufgegeben habe. Trotzdem war es schön, wenn er mit mir geredet, mich angesehen oder sogar angestrahlt hat. Gawd, wie ein Teddy. Es gab einen Moment, bei dem ich so kurz davor, einfach aufzustehen, ihm zu sagen...oder vielleicht sogar zeigen, was ich fühle, weil ich plötzlich die Kontrolle über mein Denken verloren hatte. In diesem Moment hat er nur eins getan: Seinen Blick schweifen lassen, ansonsten war er starr. Hätte er sich eine Sekunde später gelöst, wäre es zu spät gewesen. Denn kaum hatte er sich bewegt, hatte ich wieder die Kontrolle über mein Denken. Das wäre peinlich gewesen. Verdammt peinlich sogar. Und in diesem Moment waren mir sogar die 36,9 egal. Aber danach...Umso lauter hämmerte es in meinem Kopf 36,9 - *Irgendwas, was mit M. zu tun hatte* in Dauerschleife. Aber es war mir irgendwie egal, dass es so laut war. Ich saß da, hab M. beobachtet und einfach vor mich hingelächelt. Ich konnte sogar die Sache, die ich im "BÄM"-Post beschrieben hatte, vergessen. Aber jetzt denke ich wieder dran, vor allem, weil ich mal wieder ganze 10 Minuten vor'm Spiegel stand...Ich weiß immer noch nicht, ob der Tag gut war oder nicht. Wahrscheinlich beides.

BÄM


36,9. BÄM. Die Zahl springt mir entgegen und als ich nochmal nachprüfe, ob es stimmt, scheint mir die Zahl hunderte von Male höher. Ich schlucke. 300 Gramm mehr.

Als ich in der Schule sitze, hämmert alles in mir. 36,9. - M. - 36,9 - M. - 36,9 - M. Die Gedanken drehen sich nur nicht um das Gewicht. Und um M. Ich sehe ihn heute. (Hoffentlich.) Aber habe zugenommen. Nach einer Weile hören die hämmernden Gedanken auf.

Biologie. Wir nehmen Sucht durch. Immer wieder fällt das "Magersucht". Ich zucke innerlich zusammen, äußerlich wachse ich, ich will mir das anmerken lassen. Dann kommt die Frage auf, was eine(n) Magersüchtige(n) von "normalen" Menschen unterscheidet. Ich melde mich. Hoffe, dass er mich nicht dran nimmt. "Maike" - Ich fange an zu zittern. Kaum fange ich an zu reden, sehe ich aus dem Augenwinkel drei Köpfe zu mir rumwirbeln. Ach ja, die drei, die davon wissen. Stimmt. S. sitzt neben mir. Ich sehe zwar nicht, dass sie mich ansieht, aber ich weiß es. Sie hat mich schon die ganze Stunde lang angesehen. Als ich zu Ende geredet habe, zittere ich noch mehr, mir wird noch kälter, ich habe Tränen in den Augen und weiß nicht mal, warum. Fünf Minuten später höre ich S. leise neben. "Maike?" Ich drehe meinen Kopf zu ihr. "Ja?", flüstere ich. "Ich glaub nicht, dass du süchtig bist." BÄM. Man würde es nicht von dir erwarten, wenn du 100 kg wiegst. Du hast zugenommen. Was für ein Zufall, nicht wahr?
 Ich weiß, mich sollte das nicht verletzen, weil ich keine 100 kg wiege. Weil mir bewusst ist, dass mein Essverhalten nicht normal ist und mir auch bewusst ist, dass ich vielen zu dünn bin. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich plötzlich 100 kg wiege.
"Warum?", frage ich nach. "Na ja ich mein du isst ja was oder?" "Ja...Aber auch nur was zu Mittag", sage ich und tue so, als ob es mir egal wäre, wie sie mich ansieht. "Sonst nichts?", fragt sie, zieht die Augenbrauen zusammen und reißt die Augen auf. "Sonst nichts", antworte ich, lächle und wende mich wieder dem Unterricht zu. "Wie viel wiegst du jetzt?", fragt S. plötzlich. Ich tue, als ob ich überlegen müsste, ich will die Wahrheit so lange wie möglich rauszögern. "36,9" BÄM. S. sagt nichts mehr. Ich denke an das Gespräch von zuvor. S denkt also, dass ich überhaupt nicht mehr esse? So einfach soll das sein? Ich will lachen. Ich will sie auslachen für ihre Naivität. Danach äußert sie sich nicht mehr dazu.

Als ich daheim bin, will ich Frusthungern. Aber es geht nicht. "Iss wenigstens Salat!", meint meine Mutter. Also ess ich Salat. Was soll man machen? Ach ja, nichts, außer Sport. Das plötzlich verschwundene Hungergefühl löst in mir die heute schon öfter aufgetretene Reaktion aus: BÄM.

Dienstag, 25. Februar 2014

Drei Sätze in Kursiv


25.02.14

Gewicht: 36,6
BMI: 15,0
Eingenommene Kalorien: 390
Verbrannte Kalorien: 300
Restliche Kalorien: 90

90 Kalorien übrig...Andere finden das vielleicht lächerlich, aber das letzte Mal, dass ich nicht alle Kalorien verbrannt habe, war an Weihnachten...Ich hab zwar gerade noch das Baker's Dozen Workout gemacht, aber ich weiß nicht, wie viele Kalorien das verbrennt...Dementsprechend hab ich morgen wahrscheinlich zugenommen...Aber na ja, mit etwas Glück kann ich morgen wirklich das Mittagessen ausfallen lassen. Eventuell. Ich weiß es nicht. Ugh.

Ich will nicht mehr denken, liegen, stehen, gehen, denken, atmen, schlafen, essen, sein. Kurz um: Ich will gar nichts.