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Aktuelles Gewicht: 42,x kg
Aktueller BMI: 17,x
1,56 cm

Montag, 21. April 2014

Buttercremetorte

21.04.14

Gewicht: 37,0
BMI: 15,2
Eingenommene Kalorien: 220
Verbrannte Kalorien: 753
Restliche Kalorien: 0

Ich kann voller Stolz verkünden, dass ich mit der (vermutlichen) Gewichtszunahme kein allzu großes Problem hatte und mich sogar getraut habe, ein, zwei Gabeln von der Buttercremetorte zu essen. Die stand zwar nie auf meiner "Fear Food Liste", weil ich die eigentlich nie gegessen habe, aber als ich dann die ganze Torte da stehen sah, begann die Krankheit in mir zu schreien, ich solle mich nicht vollstopfen und am besten wegrennen verbrennt ja ganz nebenbei auch Kalorien. Mich bloß von dem Teufelszeug entfernen. Aber die paar winzigen Gabeln waren okay. Hat ganz nebenbei den Drang, mich einfach vor allen einem Fressanfall hinzugeben (Notiz an mich selbst: Lasse niemals Süßigkeiten offen rumliegen, dadurch wird so was nur provoziert), verschwunden. Ach ja, Süßigkeiten hab ich auch jede Menge bekommen, das heißt, der Fressanfall-Teil in mir, wenn man es denn so nennen will, wird beim nächsten Mal auf jeden Fall gut versorgt werden.
Vorhin kam dann aber mein Gewissen, hämmerte immer wieder die 37 Kilo und die Gabeln Buttercremetorte in mein Gehirn und trieb mich letzten Ende zu (noch mehr) Sport. Man könnte es als gut betrachten. Dass ich jetzt fitter werde. Aber ich weiß, dass ich mich nur selbst belügen würde, denn in Kombination mit meinem Essverhalten ist das alles andere als gut. Aber hey, morgen sollte ich mich eigentlich mit L. treffen - vorausgesetzt, sie meldet sich endlich mal - und sie dann um das Lehrergespräch beten. Oder so. Ehrlich gesagt bin ich mir inzwischen nicht mehr sicher, ob ich den Mut dazu aufbringe, aber ich finde, per WhatsApp ist das irgendwie...keine Ahnung...unpersönlich?
Ansonsten war mein Tag eher weniger ereignisreich, trotzdem war er im Großen und Ganzen total anstrengend, ich werde also erst morgen auf Kommentare antworten und Blogs lesen (oder heute Nacht, wenn ich aufwache und nicht mehr schlafen kann, weil das Koffein von der Cola light vorhin mal wieder viel zu spät "eingesetzt" hat...)

Sonntag, 20. April 2014

Ostern Tag 1

20.04.14

Gewicht: 37,3 - stand zumindest auf der Waage, aber ich hatte vorher ein bisschen getrunken und hatte Klamotten an. Beim letzten Mal, als ich einen Tag lang nichts gegessen hatte, hab ich ein Kilo abgenommen und ich denke, dass das realistisch sein könnte. Also wiege ich wahrscheinlich 36,6
BMI: hab ich nicht ausgerechnet, weil ich mir nicht ganz sicher bin, was ich wiege
Eingenommene Kalorien: 256
Verbrannte Kalorien: 767
Restliche Kalorien: 0

Heute war ich glücklich. Zumindest eine Zeit lang. Musste heute wieder in die Kirche (nur noch morgen, dann hab ich erstmal Ruhe, Gott sei Dank) und währenddessen war ich glücklich.

- Jetzt kommt pubertärer Liebesscheiß, ihr dürft ihn gerne überspringen -

Als M. da war, hat er - warum auch immer, vielleicht, weil er den "Wenn ich lang genug lächle, denkt mein Gehirn, ich bin fröhlich und damit hebt sich meine Stimmung automatisch"-Trick anwenden wollte (ich glaube inzwischen immer mehr, dass er keine Freundin mehr hat) - uns alle angelächelt. Das hat meine Stimmung gehoben und ich hab gestrahlt wie diese alten Glühbirnen. Während dem Gottesdienst stand ich so, dass ich ihn die ganze Zeit angucken konnte, ohne, dass es auffällig war, normalerweise ist es nämlich nicht so, was meine Stimmung noch mehr gehoben hat. Trotz Kopfschmerzen, Herzrasen, Zitterknien, Schwindel und der ständigen Rechnerei, wie lange ich denn schon ohne Essen ausgehalten habe.

- Pubertärer Liebesscheiß endet hier -

Zu Hause dachte ich dann, ich müsse mich gleich übergeben, also hab ich - nachdem ich mit nach ein paar Schlucken Wasser und Klamotten gewogen hatte - einen Apfel gegessen. 42 Stunden. Du könntest noch länger auf Essen verzichten, warum ergreifst du die Chance nicht? Gott sei Dank isst du endlich, länger hättest du nicht durchgehalten ohne umzukippen. Gut so. Und Gott, wie krank musst du inzwischen sein, dass du 42 Stunden auf Essen verzichtest!? Hm, wenigstens ein Apfel, der zählt nicht zur deiner Kalorienangabe. Immerhin etwas. So betrachtet waren beide Teile in mir zufrieden und ich war immer noch glücklich. Ich schwächelte nicht mehr rum, ich trug "M-Endorphine" in mir und trotzdem hatte ich - diättechnisch - keine Kalorien zu mir genommen. Trotzdem hatte ich manchmal das Gefühl, noch ein bisschen zittrig zu sein, (ein zweiter Apfel hat das leider nicht besser gemacht) und deswegen war ich anfangs ein bisschen erschrocken, als meine Eltern sagten, wir würden mit dem Fahrrad zu meiner Oma fahren. Aber ich hat es gut überstanden, es ist nichts passiert und während dem Fahrrad fahren ist die Zittrigkeit sogar verschwunden.
Bei meiner Oma hingegen sind die M-Endorphine dann verschwunden. Der Gedanke, dass meine Oma wieder sagen "Ohhr, schick siehst du wieder aus!" würde (so sehr ich meine Oma liebe, es macht mich unglaublich aggressiv, wenn sie sowas sagt), schwächten sie ab, als sie es dann wirklich sagte, dachte ich, ich müsste weinen, weil ich meine M-Endorphine "behalten" wollte und war umso erleichterter, dass meine Tante die Situation mit einem "Aahh, ist das ein geiles Kleid, ich will auch so eins!" (sie ist 53, was das ganze noch besser machte) rettete, ohne es zu wissen. Allerdings machte das Essen meiner Oma dann wieder alles kaputt. Meine Oma kocht unglaublich gut und durch die winzigen Reste (M-)Endorphine in mir drin konnte ich das Essen sogar halbwegs genießen (oder zumindest das, was ich inzwischen unter genießen verstehen - nämlich für einen Moment die Kalorien vergessen), aber als ich dann fertig war und auf meinen leeren Teller starrte, rechnete mein Kopf ganz automatisch. Als ich schließlich wusste, wie viele Kalorien ich zu mir genommen hatte, sah den anderen weiter beim Essen zu und rechnete ganz unbewusste ihre Kalorien aus. Um Gottes Willen, red endlich mit L., das ist wirklich nicht mehr normal. So übst du Kopfrechnen, ist gut für deine Mathenote und dadurch wirst du sogar dem perfekten Zeugnis näher kommen. Das Argument vom gesunden Teil in mir macht mehr Sinn, das ist sogar mir klar. Ich hab dann - um den Schein zu wahren - noch hier und da ein bisschen den Tag über genascht, aber auch nur minimal, wenn ich überlegt habe, ob ich soll und in dem Moment jemand vorbei lief. Ich weiß, auch das ist nicht ganz normal, aber ich will das ja jetzt ändern.
Ich bin dann zweimal mit dem Hund raus und zu Hause habe ich dann nochmal ein bisschen Sport gemacht, weil ich irgendwie mein Gewissen beruhigen wollte. Heute ist es besonders schlimm, weil ich es 42 Stunden ohne Essen ausgehalten und dann heute - vergleichsweise - "gefressen" habe. Nicht unbedingt von der Kalorienzahl her, eher von dem, was ich gegessen habe.

Das war mein Tag und ich habe ein bisschen Angst vor morgen. Morgen gehen wir zu meiner anderen Oma und da gibt es immer gefühlte 100 Tonnen mehr Essen als bei der Oma, bei der wir heute waren. Aber das macht nichts, da sind alle so mit Essen beschäftigt, dass es wahrscheinlich nicht wirklich auffällt, dass ich weniger esse. Und selbst wenn, dann esse ich eben mehr und nutze das als Refeed. Hatte ich ja eh geplant.

Samstag, 19. April 2014

Aufhören

19.04.14

Gewicht: 37,6
BMI: 15,5
Eingenommene Kalorien: 0
Verbrannte Kalorien: 0
Restliche Kalorien: 0

Ich steige von der Waage. 600 Gramm. 600 Gramm gefallen mir. Wenn ich nochmal 600 Gramm abnehmen würde, wäre ich näher an meinen 36-Ostern-Kilo. Wenn nicht...Ich hätte es wenigstens versucht.

Kalte Finger. Das Wasser macht es nicht besser. Eher schlimmer. Meine Schulter, meine Füße - alles - frieren und mein Magen zieht sich zusammen. Vor Hunger? Keine Ahnung. Wann hab ich das letzte Mal gegessen? Kurzer Blick auf die Uhr. Knapp 18 Stunden schon ohne Essen. Ist das gut? Ist das schlecht? Ich weiß es nicht.

Als ich nach Hause komme, erinnert mich meine Mutter daran, dass ich noch Schoko Crossies - ich liebe das Zeug - machen muss. Ich zerbreche die Schokolade und ein Teil schreit in mir, ein Stück Schokolade zu nehmen und es zu essen, es fällt ja doch nicht auf. Trotzdem lasse ich es.
Die Schokolade ist inzwischen eine cremige Masse und ich weiß nicht, was ich fühlen soll. Ekel oder Sehnsucht? Beides zugleich. Einerseits bereue ich, dass ich das Stück Schokolade nicht gegessen habe, so hätte ich die Kalorien besser einschätzen können, andererseits bin ich froh darüber. Jetzt bin ich nicht mehr so in Versuchung.
Cornflakes. Wie viele müssen da rein? Sind das zu viele? Sind das zu wenige? Warum ist eine der "Nebenwirkungen" von dieser Krankheit, dass man Portionen nicht mehr richtig einschätzen kann?

Ein Blick auf die Uhr sagt mir, es ist 18.58 Uhr. Das bedeutet, ich habe seit 25 Stunden und 13 Minuten nichts gegessen. Ich weiß, es ist falsch, so lange auf's Essen zu verzichten, aber ich kann nicht aufhören. Irgendwann kann man dann nämlich nicht mehr aufhören. Also mit dem Aufhören. Diese zwei Sätze von meinem Religionslehrer hallen in meinem Kopf nach. Immer wieder, es ist wie ein lästiger Ohrwurm, von einem Lied, das man überhaupt nicht leiden kann.
Mein Herz schlägt langsam und plötzlich ganz schnell. "Funktioniert" so eine Herzrhytmusstörung? Oder bilde ich mir das einfach nur ein, so wie viele andere Dinge? Mir fällt ein, dass ich letztens beim Baden auf meinen Herzschlag geachtet habe, als ich mein Gesicht unter Wasser getaucht habe, weil ich sowas beruhigend finde. Normalerweise. Aber dieses Mal war so ein Knacksen dabei. Immer wieder mal und ich dachte anfangs, dass das vielleicht mein Nacken sei, weil ich zu dem Zeitpunkt zufälligerweise meinen Kopf bewegt hatte. Aber das war nicht so und das hat mich beunruhigt. Irgendwann kann man dann nämlich nicht mehr aufhören. Also mit dem Aufhören. 
Ich weiß, ich sollte mit L. sprechen, aber der kranke Teil in mir verweigert mir das genauso sehr wie das Essen, während der gesunde Teil alles daran setzt, mich zu retten. Innerlicher Kampf. Wieder mal. Langsam nervt's.

Ich habe beschlossen, dass ich die Feiertage als Refeed (den ich nicht nötig habe...) zu nutzen, sollte man mir zu "kalorienreiches" Essen vorsetzen.

In der Kirche habe ich angefangen zu zittern und ich dachte immer wieder, ich kippe gleich um. Ist übrigens nicht passiert und außerdem glaube ich, dass M. keine Freundin mehr hat. Der Ring an seinem Finger fehlt und ich glaube, er stand ein-, zweimal kurz davor, zu heulen (so wie ich auch, haha), aber vielleicht lag es nur am Licht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich euch das erzähle, eigentlich ist es total unwichtig und irrelevant, aber irgendwie...irgendwie ist es fast wie eine Art Sieg oder so. Ist ein wenig seltsam zu beschreiben und davon abgesehen vollkommen pubertärer Schwachsinn. Aber naja.

Irgendwie ist dieser Post hier total durcheinander, tut mir echt leid, ich bin nur heute ein wenig durcheinander.

Freitag, 18. April 2014

Neues Höchstgewicht

18.04.14

Gewicht: 38,2
BMI: 15,7
Eingenommene Kalorien: 200
Verbrannte Kalorien: 308
Restliche Kalorien: 0

Ich konnte es nicht lassen. Ich konnte einfach nicht. Ich hab die Waage gesehen. Ich hab gesehen, dass niemand da war. Bevor ich wusste, was ich da tat, stand ich auf der Waage. 38,2. Neues Höchstgewicht. Klasse gemacht. Kommt von der ganzen Fresserei. Das ist mein offizielles, festes, neues, "wissentliches" Höchstgewicht. Ich hab für einen Moment überlegt, ob das nicht Wassereinlagerungen sind, aber ich glaube, dafür sind meine Tage nicht stark genug und davon abgesehen sind +300 Gramm doch ziemlich realistisch, wenn man den Fressanfall von gestern bedenkt.
Für einen kurzen Moment habe ich mit dem Gedanken gespielt, überhaupt nichts zu essen, aber da wir - ganz der Tradition nach - heute Fisch gegessen haben und ich Fisch nicht mag, war es okay. Ein bisschen Fisch und ein paar Kartoffeln. Damit bin ich/ist mein Gewissen einigermaßen klar gekommen.

M. war in der Kirche (ich hasse Karfreitags-Gottesdienste...) und ich hatte noch nie das Gefühl, so glücklich und so traurig gleichzeitig zu sein. Wenn mich jemand gefragt hätte, wie ich mich fühle, hätte ich gesagt: "Weiß ich doch nicht. Sag's mir. Wie seh ich aus? Seh ich glücklich aus? Seh ich traurig aus? Bin nämlich beides und ich weiß es nicht."

Hab übrigens ein neues Lieblingszitat: "My intention is to fade and I will" - House On a Hill by The Pretty Reckless

Donnerstag, 17. April 2014

100 Gramm!?

17.04.14

Gewicht: 37,9
BMI: 15,6
Eingenommene Kalorien: Fressanfall. Was soll das!?
Verbrannte Kalorien: 671
Restliche Kalorien: ?

Warum zur Hölle nehme ich 100 Gramm zu!? Vielleicht hätte ich doch ein, zwei Äpfel weniger essen sollen...? Aber das wäre doch total sinnlos. Warum sollte ich von ein paar Äpfeln abends zunehmen?
Auf jeden Fall bin ich jetzt der 38 gefährlich nahe und eigentlich wollte ich versuchen, an Ostern 36 zu wiegen, oder zumindest in die Nähe der 36 Kilo zu kommen. Wenn ich das erreichen will...hm, da bleibt mir eigentlich nur völliger Essensverzicht, würde ich mal so behaupten. Aber solange halte ich ja eh nicht durch. Einen Tag, ja. 1 1/2 Tage auch noch, aber danach wird's auffällig. Davon abgesehen macht das wahrscheinlich mein Körper nicht mit.
Na ja, stattdessen hatte ich dann abends den Fressanfall. Den hab ich übrigens nur "abgebrochen", weil ich plötzlich nicht mehr schlucken konnte. Der Brei schien nur noch mühsam meine Speiseröhre runterrutschen zu wollen und es fühlte sich an, als wäre sie völlig ausgetrocknet. Trinken hat da auch nichts gebracht.
Soviel zu Thema "Ich will fasten. Meine Eltern zwingen mich zu diesem fettigen Pfannkuchen. Gut, dann bleibt es dabei und fertig. Nicht mehr essen." Aber ich werd mich in den nächsten Tagen sowieso nicht wiegen, weil ich heute meine Tage bekommen habe und damit ja nicht nur durch Heißhunger, sondern auch durch Wassereinlagerungen zunehmen werde. Adé, 36 Kilo an Ostern.

L. war ja heute da, um den Matheordner abzuholen und eigentlich wollte ich sie ja fragen, ob sie mit mir zu einem Lehrer gehen würde, allerdings hatte meine Schwester Übernachtungsbesuch und meine Mutter hatte ihr geholfen, die Sachen runter zu tragen und war dann die ganze Zeit da. Also konnte ich L. nicht fragen, aber da wir uns am Dienstag nochmal treffen wollen, frag ich sie dann einfach da oder schreib ihr. Weiß ich noch nicht.

Ich werde jetzt vermutlich bis tief in die Nacht lesen und versuchen nicht an den Fressanfall zu denken. Nicht an die Gewichtszunahme, nicht daran, dass sich mein Bauch wölben und ich M. vielleicht/wahrscheinlich wiedersehen werde.

Mittwoch, 16. April 2014

Okay

16.04.14

Gewicht: 37,8
BMI: 15,5
Eingenommene Kalorien: 138
Verbrannte Kalorien: 207
Restliche Kalorien: 0

Mein Gewicht ist okay. Dafür, dass ich vorgestern so gefressen hatte, ist mein Gewicht okay. Klar, ein niedrigeres Gewicht wäre mir natürlich lieber, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich mit 38,x gerechnet. Dementsprechend ist mein Gewicht vollkommen akzeptabel.

Morgen treffe ich mich kurz mit L., weil sie noch ein paar Sachen aus meinem Matheordner übertragen muss (vielleicht fängt sie jetzt endlich mal an, regelmäßig mitzuschreiben...) und deswegen will sie ihn dann abholen. Bei der Gelegenheit werde ich sie auch dann auf das Gespräch ansprechen.

Vorhin bin ich über das Wort "Luxusprobleme" gestolpert. Und dann habe ich darüber nachgedacht. Letzten Endes bin ich zu folgendem Schluss beziehungsweise folgender Frage gekommen: Ist es nicht ein Luxus, Probleme zu haben? Oder liege ich da falsch?

Dienstag, 15. April 2014

Wiegedrang

15.04.14

Gewicht: Die Waage steht wieder da, wo sie sonst steht, das hab ich aber erst gesehen, nachdem ich schon gegessen und getrunken hatte und das Gewicht ja somit verfälscht worden wäre
BMI: -
Eingenommene Kalorien: 180
Verbrannte Kalorien: 306
Restliche Kalorien: 0

Heute war ein absolut langweiliger und ereignisloser Tag. Das einzig "spannende" heute war, dass ich angefangen habe, völlig durchzudrehen, weil ich das neue Album von The Pretty Reckless immer noch nicht habe und die einzigen Kopfhörer, die am Handy funktionieren (von denen sogar einer kaputt ist...) unauffindbar sind.
Na ja, ich hatte den ganzen Tag den Drang, mich zu wiegen, aber das Gewicht wäre ja eh falsch gewesen, also hab ich's gelassen. Morgen werde ich dann sehen, wie viel ich inzwischen wiege und hoffentlich ist es nicht allzu viel.
Ich habe mich übrigens dazu entschlossen, in den nächsten Tagen, wenn ich mich irgendwann mit L. treffe (das ist geplant), sie zu fragen, ob sie mit mir nach den Ferien zu einem Lehrer gehen würde. Sie wird es bestimmt, die Frage ist nur, ob ich den Mut dazu aufbringe.


Um den Post etwas länger zu machen (weil ich finde, dass kurze Posts immer so...ich weiß nicht genau, welches Wort passend wäre...wirken), will ich euch noch etwas über Ka. erzählen, dass mir gerade eingefallen ist:
Einmal, es war ein paar Tage, nachdem meine Klasse - oder zumindest ein Großteil - von meiner Magersucht erfahren hatte, meinte Ka.: "Hm, ja, Maike hat ja schon so 'n kleinen Specki-Bauch und 'n bisschen dicke Beine haste ja auch, hahaha". Dazu ein paar Dinge:
1. Sie mag mich nicht. Ist okay. Sie muss mich nicht mögen. Ich mag sie auch nicht. Ist trotzdem kein Grund, sowas zu sagen.
2. Wer gibt ihr das Recht, sowas zu sagen?
3. Vor allem, nachdem sie erfahren hat, dass ich krank bin und eine gestörte Selbstwahrnehmung habe!?
4. Sie hat die Angewohnheit, Dinge, die sie ernst meint, als "Witz" zu "tarnen". Dumm nur, dass ich gemerkt habe, dass sie es ernst gemeint hat. Und selbst wenn es wirklich ein Witz gewesen wäre. Ich hab's ernst genommen. Weil mein Kopf ihr ja recht gegeben hat.
5. Wenn ich 'nen "Specki-Bauch" habe, was hat sie dann? Denn im Gegensatz zu mir hat sie immer ein kleines Wohlfühlbäuchlein, wenn man es so nennen will. Ich hingegen habe sowas nur, wenn ich gegessen und getrunken, dementsprechend einen leicht aufgeblähten Bauch habe.
6. Ich hatte an dem Tag zugenommen (was die Sache nicht wirklich besser macht), hatte kurz vor ihrer Bemerkung etwas getrunken UND hat ein enges Shirt an, was das ganze ein wenig betont hat.
7. Danach bin ich ausgerastet. "Also, von mir nenn mich "Specki-Bauch", wenn du willst. Ist mir scheißegal. Ich bin krank, ja. Mach dich drüber lustig, wenn du nicht erwachsen genug bist, um sowas ernst zu nehmen. Mach, was du willst. Aber im Gegensatz zu dir kann ich wenigstens sagen, dass ich diese -wie heißt das? - ach ja, 'Thigh Gap' habe. Ist zwar der größte Scheißtrend überhaupt, aber ich hab sowas. Ich hab's zwar schon mein Leben lang, aber ist ja auch egal. Ich bin stolz drauf, aber auch nur, weil ich krank bin und deine Beine haben keine Lücke. Ich habe noch nie zu jemandem gesagt, dass er dick oder fett ist, weil man sowas nicht macht und zu dir sage ich das auch nicht, aber wenn einer von uns beiden dick wäre, dann du. Und jetzt halt die Fresse." Anschließend bin ich gegangen. Keine Ahnung, wie sie reagiert hat, ist mir auch egal. Wenn sie noch mal sowas sagt, hau ich ihr wahrscheinlich rein.

Viele sagen, die Essstörung würde ihrem Selbstbewusstsein schaden, aber seit meiner Essstörung werde ich irgendwie immer selbstbewusster, habe ich das Gefühl.

Montag, 14. April 2014

Schwankungen und Fressanfall

14.04.14

Gewicht: Die Waage konnte noch immer nicht an ihrem richtigen Platz stehen und hat wieder geschwankt...
BMI: -
Eingenommene Kalorien: Fressanfall - wundert mich nach gestern ehrlich gesagt nicht, fühl mich trotzdem wie eine absolute Versagerin
Verbrannte Kalorien: 1371
Restliche Kalorien: ?

Ich hatte heute morgen immer noch keinen Hunger und wollte erst essen, wenn ich wieder Hunger haben würde. Aber als die Waage wieder so rumgeschwankt hatte und mir nicht sagen konnte, wie viel ich jetzt wiege, war ich so frustiert, dass ich erst beschlossen habe, mich solange nicht zu wiegen, bis die Waage wieder da steht, wo sie "hingehört" und mir anschließend Tiramisu reingeschaufelt habe. Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich Tiramisu liebe? Ich wünschte, es gab eine kalorienlose Variante davon.

Oh und ich habe heute angefangen, eine Geschichte über ein Mädchen zu schreiben, dass magersüchtig wird (vermutlich deswegen, weil ich Dinge verarbeiten und/oder mir bewusst werden, wie krank meine Gedanken eigentlich sind. Weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht so genau) und vielleicht (muss ich mir noch überlegen) von dem ganzen Pro Ana Zeugs beeinflusst wird. Dadurch muss ich mich damit beschäftigen und mir ist bewusst, wie sehr mich das früher oder später beeinflussen wird. Sobald ich merke, dass sich meine Denkweise negativ verändert, werde ich das "Projekt" umgehend abbrechen. Aber ich selbst merke das wahrscheinlich erst ein bisschen später als andere (sprich: ihr) und wollte euch deshalb bitten, mir Bescheid zu geben, wenn euch auffällt, dass meine Posts kränker werden. Das wäre echt lieb von euch, weil ich ja nicht noch kränker werden will.

Sonntag, 13. April 2014

Gestern und heute

12.04.14

Gewicht: 37,4
BMI: 15,4
Eingenommene Kalorien: 420
Verbrannte Kalorien: 509
Restliche Kalorien: 0

Ich weiß nicht, warum als ich gestern aufgestanden bin, wusste ich, dass ich zugenommen habe. Sowas spürt man ja manchmal, war also nichts Neues. Was mich überrascht hat, war, dass ich das Gefühl hatte, 400 Gramm zugenommen zu haben und das dann sogar gestimmt hat.
Der Tag verlief ganz okay, ich hab schon vor dem Geburtstag ein bisschen gegessen. Als dann alle da waren, hab ich mich aus meinen Gammelklamotten gequält und kam plötzlich auf die Idee, meinen Rock anzuziehen. Was ich dann auch getan habe, zusammen mit einem Oberteil, das, wenn ich die Arme zu weit hochhebe, bauchfrei ist. Mein Vater meinte spaßeshalber, dass ich ihm aber nicht so auf Straße gehen würde, blabla und meine Tante meinte dann: "Aber warum denn? Die hat doch schöne schlanke Beine, die darf sie doch ruhig zeigen!" Ich war kurz davor, ihr zu widersprechen, aber das ging ja nicht.
Wir haben dann gegrillt und mein Vater hatte die "normale" Bratwürste noch nicht fertig, ich saß neben meiner Oma und das erste, was sie fragte, nachdem ich mit meinem "fleischlosen" Teller neben sie gesetzt hatte: "Kind, willst du keine Wurst?" - "Nein, die sind ja noch nicht fertig." Zwei Minuten später fragte sie wieder: "Isst du kein Fleisch?" - "Nein, später." Weitere zwei Minuten später fragte sie nochmal: "Und Wurst willst du keine oder wie?" Verdammte Scheiße, ich hab doch erst vor zwei Minuten gesagt, dass ich die später esse, wenn du nochmal fragst, drück ich dein Gesicht in die Soße, hör mir doch mal zu, meine Fresse - hätte ich am liebsten gesagt. Ich erwähnte ja bereits, dass essen mich irgendwie aggressiv macht. Stattdessen bin ich wortlos aufgestanden und hab mir 'ne Wurst geholt, damit sie Klappe hält.
Die Gäste meiner Eltern haben mir Unmengen an Essen mitgebracht. Chips, Schokolade (ausgerechnet eine große herzförmige Packung Milkapralinien. Ich liebe die so sehr, das ist total schrecklich.) und Gummibärchen. Ich hab das ganze Zeug panisch in meine "MS-Box" geschmissen und den Deckel drauf gemacht.
 Meine "MS-Box" ist eine recht große, weiße Box, gefüllt mit meiner kaputten Waage, meinem Ordner (der zwar ein wenig diese "Pro Ana"-Mappen erinnert, aber ich hatte ihn schon, bevor ich wusste, dass es sowas auch in "Pro Ana Kreisen" gibt) und Essen. Drei oder vier leere Gläser Nutella, eine halbe und - jetzt auch noch zusätzlich - eine ganze Chipstüte, ein paar Päckchen von diesen kleinen Gummibärchen und die Pralinenschachtel. Es hört sich vielleicht seltsam an, weil ich ja - wie so jeder andere Essgestörte auch - Angst vorm Essen habe, aber wenn ich essen um mich herumhabe, fühle ich mich sicher. (Was auch die unzähligen Tüten und Taschen voller Essen außerhalb meiner Box erklärt.) Es verhindert einfach, dass ich bei einem Fressanfall runter in die Küche gehe und den Kühlschrank plündere. Das fällt einfach auf und das soll es schließlich nicht. Also bunkere ich Essen, fühle mich sicher und hab "genug" Stoff für einen Fressanfall. Apropos Fressanfall. Seit ein paar Tagen habe ich immer wieder dieses Verlangen, absichtlich mich einem Fressanfall hinzugeben und seit gestern ist es noch schlimmer. Ich hab heute Nacht nicht richtig geschlafen, weil es in meinem Kopf immer Friss dich voll. Friss dich voll. Friss dich voll. Niemand würde es merken. Du hast genug hier. Du kannst dich leise vollstopfen und musst nicht mal unten Lärm machen. Friss dich voll. Friss dich voll. Friss dich voll. und einmal bin ich aufgestanden, die Kiste aufgemacht und wollte gerade rein greifen, da wurde mir klar, was ich da machen wollte. Also hab ich die Kiste wieder zugemacht und mich wieder hingelegt. Vielleicht war es falsch, aber in dem Moment hat es sich richtig angefühlt.





13.04.14

Gewicht: Meine Mutter hat aufgrund des Geburtstags so viel Zeug dort hingestellt, wo normalerweise die Waage steht, deswegen musste ich die Waage woanders hinstellen, allerdings hat sie da wohl etwas gewackelt und es war alles mögliche zwischen 36,6 und 39,9 dabei.
BMI: -
Eingenommene Kalorien: 0
Verbrannte Kalorien: 0
Restliche Kalorien: 0

Meine Mutter ist krank, es geht ihr abgrundtief schlecht. So schlecht, dass sie nicht mal in die Küche kann, ohne, dass ihr vom Anblick/Geruch des Essens übel wird. Und was mach ich macht meine Magersucht? Das Ganze ausnutzen und einen Fastentag planen, vor allem, weil ich ja keine Ahnung hab, wie viel ich wiege und auf jeden Fall abnehmen will/muss/wie auch immer man das nennen will. Wie man sieht, hab ich das dann auch durchgezogen. Ich bin so schrecklich. Ich nutze es aus, wenn es anderen schlecht geht. E-k-e-l-h-a-f-t. Mehr muss ich dazu nicht sagen, glaube ich.
Mal sehen, ob die Waage morgen wieder an ihrem gewohnten Platz stehen und mir zeigen kann, dass ich abgenommen habe (wenn ich nicht abgenommen habe, mache ich mir ernsthaft Sorgen um meinen Körper). Mal sehen, ob und wann ich mich wieder zum Essen überwinden kann. Heute hatte ich nämlich keinen Hunger (was natürlich praktisch war/ist) und vielleicht werde ich auch morgen keinen haben. Dann müsste ich das Essen unnötigerweise in mich reinzwingen, obwohl ich keinen Hunger habe und dann habe ich erst recht das Gefühl, aufzuquellen. Aber na ja, ich kann's nicht ändern.

Freitag, 11. April 2014

Geborgen und vermissen

11.04.14

Gewicht: 37,0
BMI: 15,2
Eingenommene Kalorien: 382
Verbrannte Kalorien: 452
Restliche Kalorien: 0

Geborgen. So fühle ich mich während meines Traumes und auch, als ich aufwache, fühle ich mich geborgen. Wegen eines Traumes.
Ich habe von M. geträumt. Ich träumte, ich würde ihn in meiner Schule treffen. Er war viel größer als sonst und als ich ihn umarmen wollte, hab ich meine Arme irgendwie nur um seine Hüfte geschlungen. Und plötzlich war er so groß, dass er ohne große Umstände (sprich: ohne sich zu bücken) mein Haar küssen konnte (das hört sich total komisch an. Vor allem, weil ich erst 14 bin, haha) und dann ist er gegangen. Danach bin ich aufgewacht, aber das Geborgenheits-Gefühl ist geblieben. Begleitet von einem Vermissen. Anfangs war es die angenehme Art von Vermissen, aber nach einer Weile wurde es zur unangenehmen Art. Und auch, wenn dieses Vermissen unangenehm ist, blieb dieses Geborgenheits-Gefühl und deswegen war es für mich okay, dass ich fast das vierfache von gestern gegessen habe und das, obwohl ich heute nicht mehr als 200 Kalorien essen wollte, da mein Vater morgen Geburtstag feiert und ich Angst vor einem Fressanfall habe.
Tiramisu, Pommes, Würste und was weiß ich, was es noch alles geben wird. Aber gut, dann wird das morgen eben mein Refeed-Day, vorausgesetzt, ich habe nicht zugenommen. Wenn ich zugenommen habe, ist mein Stoffwechsel schließlich noch am laufen (ich hab jeden Tag Angst davor, dass mein Gewicht stehen bleibt) und ich brauche keinen Refeed. Ich bin ehrlich gesagt gerade total unsicher: Ist dieses Denken zu krank?
Was ich auch überlege, ist, dass ich morgen nichts - oder zumindest nur Obst und Gemüse essen werde, die zählen ja zurzeit nicht zur Angabe - esse, damit ich dann abends beim Geburtstag nicht ein allzu schlechtes Gewissen habe. Ich denke, ich entscheide spontan.

Jetzt hab ich übrigens Ferien und auch, wenn ich froh bin, so lange wach bleiben und so lange schlafen zu können, wie ich will/kann; keine intoleranten Gesichter (Ka. hat mich heute beinahe um den Verstand gebracht) mehr sehen zu müssen, zumindest für zwei Wochen und einfach mal zwei Wochen ohne "Dementor" genießen zu können, habe ich Angst. Ferien bedeutet, den ganzen Tag daheim zu sein, das bedeutet, noch mehr Zeit, in der man essen kann. Und jetzt auch noch Osterferien. Das wiederum bedeutet: Schokolade, Schokolade, Schokolade. Essen bei Oma und Opa, Essen bei Oma. Meine (verwitwete) Oma sagt eh schon ständig Dinge wie "Kind, du musst doch was essen!" - auch, wenn sie weiß, dass ich schon immer untergewichtig bin, sie hat mich mit ca. 550 g gesehen - wenn ich dann auch noch noch weniger esse, wird sie zum einen beleidigt sein (immerhin kocht sie unglaublich gut) und sie wird ständig rumjammern, wie dünn ich doch sei und so weiter. Meine Oma ist einer der liebsten Menschen, das weiß ich, aber es gibt gewisse Dinge, die mich aggressiv machen. Und bei ihr es immer ganz besonders schlimm, dafür schäme ich mich auch, aber ich kann's leider nicht ändern...Aber jetzt bin ich vom Thema abgekommen.
Es ging um die Ferien. Osterferien. Essen. Ja, essen. Das bedeutet Zunahme und davor habe ich zurzeit immer mehr Angst. Ich bin so unglaublich nach an meinem Höchstgewicht, wenn ich jetzt ein neues erreiche, wegen dem ganzen Osteressen...ich will's gar nicht wissen.