Heute habe ich meine erste Therapiestunde. Ich weiß nicht, welche Fragen sie mir genau stellen wird, aber seitdem ich den Termin kenne, denke ich darüber nach, was ich darauf antworten soll, falls sie fragt, ob ich überhaupt gesund werden will. Die Antwort an sich ist für mich klar: "Jain. Einerseits will ich es. Andererseits irgendwie nicht." [siehe letzten Post] Klar, krank sein, durchgehend Schmerzen und Angst haben und müde sein, das alles will ich nicht. Aber ich will meine Routine behalten. Und sollte sie fragen, wie ich das meine, werde ich das wahrscheinlich so sagen. Trotz allem habe ich - für den Fall der Fälle - versucht, verzweifelt einen Vergleich gesucht. Den habe ich dann auch gefunden, als ich nach Schwachstellen suchte, fand ich keine, aber jetzt, nachdem ich das ganze nochmal durchgegangen bin, habe ich fast überall Schwachstellen gefunden. Jetzt stelle ich mir folgende Fragen:
1. Warum ist es so schwer, einen Vergleich dafür zu finden, ohne, dass keine, oder zumindest kaum Schwachstellen zu finden sind?
2. Warum "plane" ich das Ganze überhaupt?
3. Bin ich jetzt völlig verrückt?
4. Lohnt sich unter diesen Umständen überhaupt eine Therapie?
Aktuelles Gewicht: 42,x kg
Aktueller BMI: 17,x
1,56 cm
Aktueller BMI: 17,x
1,56 cm
Donnerstag, 5. Juni 2014
Donnerstag, 29. Mai 2014
Kontrollverlust
Ich spüre kleine, feine Körnchen zwischen den Zähnen und höre angespannt dabei zu, wie sie knirschen. Zucker. Das macht dick. Hör auf. Ich bin gefangen. Ich stehe zwischen "Erfüll das Klischee der Magersüchtigen und iss das Zeug nicht" und "Iss das gefälligst, Oma und Opa sollen nichts merken". Aber um beide Seiten zufrieden zu stellen, ist das Stück Buttercremetorte - weil der Erdbeerkuchen schon leer war - sehr schmal. Zum Glück konnte ich mir die Größe selbst zurecht schneiden. Ich stelle den Teller beiseite, versuche, den Bewegungsdrang zu ignorieren. Aber ich knicke - wie zu erwarten - ein und gehe in mein Zimmer, um die Kalorien wieder in Form von Sport loszuwerden. Ich habe zwar die Kalorien verbrannt, trotzdem fühlt es sich an, als wäre es nicht genug. Weitermachen kann ich nicht, weil meine Rippen, sowie meine Hüftknochen, wenn ich auf dem Rücken liege, Schmerzen. Inzwischen spüre ich (beim Liegen!) sogar ein bisschen die Schulterblätter und ich frage mich, wie das sein kann. Immerhin habe ich zugenommen. Zwar "nur" 400 Gramm, dennoch irritiert es mich. Allerdings beschäftige ich mich nicht weiter damit, sondern gehe wieder runter, stehe hinter dem Stuhl meiner Mutter und lausche den Gesprächen. Irgendwann sagt meine Mutter etwas zu mir, das ich gar nicht wahrnehme und ich gehe einfach wieder hoch in mein Zimmer. Keine Ahnung, warum, es gibt keine Grund, aber kaum bin ich oben in meinem Zimmer, breche ich für einen kurzen Moment in Tränen aus. Nach fünf Minuten habe ich mich wieder beruhigt und sofort beginnt mein Gehirn - warum auch immer - über die Therapie nachzudenken. Donnerstag, 17 Uhr. Das ist der Termin, der zur Vorstellung dient. Der dazu dient, festzustellen, ob die Therapeutin und ich miteinander klar kommen. Irgendwie habe ich Angst. Ich habe bereits eine Therapie hinter mir, in der vierten und fünften Klasse, wegen Schulangst. Danach wollte ich nie wieder in Therapie gehen, nicht, weil ich der Meinung war, dass nur "Psychos" dorthin gehen, sondern, weil ich es einfach nicht für nötig, für Zeit- und Geldverschwendung hielt. Klar, als ich krank wurde, wusste ich, dass ich irgendwann wieder in Therapie müsse, aber irgendwie geht mir plötzlich alles viel zu schnell. Und plötzlich verliere ich die Kontrolle. Wieder einmal. Habe ich jemals erwähnt, dass ich meine Magersucht nicht ausstehen kann?
Meine Mutter fängt immer wieder mit folgendem Thema an: Suizid. Denn genau darüber hat die Ärztin auch am Montag gesprochen. "Dieses suizidale kann dann auch ganz schnell kommen" oder "Ich hab dann auch für ein paar Jahre in der Kinder- und Jugendpsychatrie gearbeitet und da war ein Mädchen, das sich mit 14 Jahren umgebracht hat" sind nur zwei Beispiele, ich glaube, insgesamt hat sie mehr als 10 Mal mehr oder weniger direkt über Selbstmord geredet. Meine Mutter hat das ziemlich geschockt und scheinbar lässt sie das nicht mehr los. Einerseits will ich sie so lange umarmen, bis sie das ganze so weit wie möglich vergisst, andererseits will ich zur Ärztin fahren und sie anschreien, sie fragen, warum sie so intensiv über Selbstmord geredet hat, will ihr erzählen, wie sehr das meine Mutter belastet.
Beides ist unmöglich und das macht mich fertig.
Meine Mutter fängt immer wieder mit folgendem Thema an: Suizid. Denn genau darüber hat die Ärztin auch am Montag gesprochen. "Dieses suizidale kann dann auch ganz schnell kommen" oder "Ich hab dann auch für ein paar Jahre in der Kinder- und Jugendpsychatrie gearbeitet und da war ein Mädchen, das sich mit 14 Jahren umgebracht hat" sind nur zwei Beispiele, ich glaube, insgesamt hat sie mehr als 10 Mal mehr oder weniger direkt über Selbstmord geredet. Meine Mutter hat das ziemlich geschockt und scheinbar lässt sie das nicht mehr los. Einerseits will ich sie so lange umarmen, bis sie das ganze so weit wie möglich vergisst, andererseits will ich zur Ärztin fahren und sie anschreien, sie fragen, warum sie so intensiv über Selbstmord geredet hat, will ihr erzählen, wie sehr das meine Mutter belastet.
Beides ist unmöglich und das macht mich fertig.
Dienstag, 27. Mai 2014
Nach der Diagnose
Vorhin schrieb ich der lieben Fee einen Kommentar, in dem (unter anderem) folgendes stand:
Ehrlich gesagt....Ich will Hilfe, ja, aber gleichzeitig habe
ich irgendwie Angst davor. Es ist nicht so, dass ich meine Essstörung toll
finde, ganz im Gegenteil, aber wenn ich mir vorstelle, was mir bliebe, wenn man
mir alles, was ich liebe, nehmen würde...Das einzige, was ich dann noch hätte
wäre meine Essstörung. Egal, wie sehr mich das kaputt macht, sie geht
inzwischen zu meinem Leben, sie ist ein Teil von mir. Es wäre ungefähr so, als
würde ich ein Bein oder mein halbes Herz hergeben. So zu leben wäre anfangs
nahezu unmöglich, ich müsste mich dran gewöhnen, mir alternativen suchen. Klar,
der Vergleich hinkt jetzt wahrscheinlich ein bisschen, aber so ungefähr stelle
ich mir das nun mal vor. Mir würde die Routine fehlen. Mir würde es fehlen, in
den Kühlschrank - oder auf Essen generell - zu starren und meinen Kopf mit
Zahlen zu füllen. Mir würde das mir selbst erlegte Verbot fehlen. Es würde mir
fehlen, in Restaurants die Speisekarten zu durchforsten, auf der Suche nach dem
Essen, dass mir zwar schmeckt, aber dennoch recht wenig Kalorien hat. Es würde
mir fehlen, durch den Supermarkt zu streifen, das Essen zu betrachten und am
Ende mit Diätcola und vielleicht Kaugummi - wenn überhaupt - wieder raus
zugehen und mich gut zu fühlen. Mir würde das Gefühl fehlen, etwas zu schaffen,
obwohl ich weiß, dass es eigentlich falsch ist. Es würde mir fehlen, mich
selbst zu testen. Ich würde viel mehr Zeit haben. Zeit, die ich mit Sport, dem
Auswendiglernen von Kalorien, [...] verbracht habe. Was macht man mit der freien Zeit? Lernen? Das
tu ich schon, wenn ich nicht vorher erwähntes tue. Lesen? Wer sagt denn, dass
ich dann überhaupt noch Spaß am Lesen habe? Mit Freunden treffen? Möglich, wenn
ich denn dann überhaupt noch Freunde habe. Klar, ich könnte auch Zeit mit
meinem Freund verbringen - den ich zurzeit nicht habe und ich denke nicht, dass
ich 24/7 einen "zur Verfügung" habe, weil ich eben nicht zu diesen
"Ich kann alle haben (und nutze das aus"-Mädchen gehöre, sondern eher
zu denen, die man gerne übersieht, die aber trotzdem von allen anderen hören
"Mich wunderts, dass du noch keinen abgekriegt hast". Wie man
sieht, die Magersucht macht schon eine Menge in meinem Leben aus.
Verschwendetes Leben (also, nicht im Sinne von "Mein Leben ist
sinnlos"; vielleicht weißt du, was ich meine?), das - sobald ich wieder
gesund wäre - mir wie überflüssige Zeit vorkäme, ich könnte damit einfach
nichts anfangen, zumindest anfangs nicht. Klar, Alternativen gibt es immer,
aber jetzt? Jetzt, in diesem Moment, fällt mir keine ein. Und selbst wenn: Wer
sagt denn, dass ich dann auch noch Lust darauf habe? Niemand. Weil es eben
niemand weiß.
Mir ist durchaus bewusst, dass das alles vielleicht komisch klingen mag, aber vielleicht kann das irgendjemand irgendwie nachvollziehen?
Seit meiner Diagnose fühle ich mich übrigens irgendwie anders. Als wäre ich ein anderer Mensch, zumindest teilweise. Dieses Gefühl wird in Gegenwart von meinen Eltern - oder zumindest in Gegenwart von einem der beiden - verstärkt, weil ich das Gefühl habe, die Klischees ("Ich ess das nicht, da ist zu viel Fett dran!"; extrem wenig essen, Essen wiegen, etc.) erfüllen zu müssen. Glücklicherweise ist meine Schwester noch da, die (bisher) nichts von dem Ganzen weiß und solange werden diese Klischees wegfallen, weil ich nicht will, dass meine Schwester etwas davon erfährt, beziehungsweise erst dann, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht hört es sich seltsam an, aber ich suche regelrecht eine Entschuldigung, zwischendrin was kleines (wenn auch Kalorienarmes) zu essen und dafür muss ich - wohl oder übel - meine Schwester benutzen. Trotz - oder gerade wegen - der Diagnose komme ich mir mehr denn je wie eines dieser Möchtegern-Mädchen vor und das bringt mich um. Ich glaube, dieses "Ich bin nicht wirklich essgestört"-Gefühl hätte ich vermutlich sogar dann, wenn man mich stationär behandeln (meine Mutter hat mich angefleht, das nicht zu tun, obwohl es irgendwie eine Erfahrung wert wäre. Und ich würde auch mal der Schule entfliehen, das einzige, was wahrscheinlich immer dagegen sprechen wird, ist das Zunehmen) würde.
Montag, 26. Mai 2014
Es ist meine Entscheidung.
37.9 - Das ist die Zahl, die mir entgegen springt, als ich beim Arzt auf der Waage stehe. Für einen Moment wird mir übel, dann wird mir allerdings klar, dass das ja eigentlich nur Wasser und Essen ist. Mehr nicht. Trotzdem kommt es mir unglaublich viel vor. So nah an der verhassten 38. Die Frau, deren Namen ich nicht kenne, bringt die Waage wieder weg und verabschiedet sich mit den Worten, dass die Ärztin gleich kommen würde.
Das erste, was ich denke, als ich die Ärztin sehe, ist: Ob sie magersüchtig war? Nur, weil du so krank bist, bedeutet das nicht, dass das jeder ist. Ist ja ekelhaft. Da hat die Stimme recht, ausnahmsweise mal, also schiebe ich den Gedanken schnell beiseite. Die Ärztin redet ein bisschen mit mir über die Schule, Freunde. Ihre Stimme ist unglaublich laut - am liebsten würde ich mir die Ohren zuhalten, weil mir ihre Stimme einfach viel zu laut und sich nicht gut mit meinen Kopfschmerzen verträgt - zwischendrin habe ich das Gefühl, dass sie immer wieder für ein oder zwei Minuten lauter wird, vielleicht, weil ich so unglaublich müde aussehe und sie mich wachhalten will, dann fragt sie: "Und bist du zufrieden mit dir?" Kurzes Zögern, dann Kopfschütteln. Sie wirft einen Blick auf den Fragebogen, ehe sie mit einem "Dir macht dein Gewicht zu schaffen, oder?" fortfährt, was ich bestätige. Sie sagt, dass das, was ich aufgeschrieben habe, in Richtung Essstörung geht und nach ein paar weiteren Fragen sagt sie: "Also...ich war früher auch mal essgestört" - Ich wusste es! - "und...". Sie erzählt mir eine Menge über ambulante Therapie und darüber, wie Kliniken das handhaben. Sie gesteht, dass sie mit den Methoden der Kliniken in unserem Umkreis eher weniger einverstanden ist und - was mir besonders gefällt - sagt, dass sie, da sie ja selbst essgestört war und weiß, wie das läuft, das ganze ein bisschen lockerer sieht, sie also vollkommen damit zufrieden würde, wenn ich mein Gewicht halten würde. Anschließend erwähnt sie, dass man - wenn ich denn überhaupt stationär behandelt werden möchte - mich wahrscheinlich eher nicht in eine Klinik für Essstörungen stecken sollte, da ich mich - soweit sie das herausgehört hat - sehr an anderen orientiere, mir vieles abgucke und so vielleicht noch tiefer mit reingezogen werde.
Anschließend spricht sie (in meiner Anwesenheit) mit meiner Mutter, zwischendrin bin ich kurz davor, einfach loszuheulen, aber ich reiße mich zusammen. Meine Mutter selbst wirkt eher gelassen. Sie regt sich nicht auf, sagt, dass sie mich nicht zum Essen zwingen will und all das.
Nachdem wir draußen sind, meint sie: "Alles okay?" Nicken. Tränen bekämpfen. "Schatz, das ist doch nicht schlimm. Also, schlimm ist es schon, aber ich schimpf ja nicht mit dir oder so. Du kannst nichts dafür." Ist es seltsam, dass ich dabei an Jacki und ihren "Vater" denken musste...? Ich nicke wieder nur, dann kommen doch ein, zwei Tränen. Eine Umarmung folgt, anschließend fragt meine Mutter, ob ich mir schon mal den Finger in den Hals gesteckt hätte. "Nein." "Gut.", ist ihre Entgegnung, dann fährt sie los.
Sie hat meinem Vater davon erzählt, ansonsten niemandem. Es ist meine Entscheidung, wer davon erfährt (Sie selbst trägt die Verantwortung, hat die Ärztin gesagt und dafür bin ich ihr dankbar), aber meine Mutter meinte, dass meine Schwester vielleicht zufällig davon erfährt, ich ihr aber auch davon erzählen kann, wenn ich will. Es ist meine Entscheidung und das tut gut.
Es ist seltsam, dumm, vielleicht etwas krankhaft, das weiß ich, aber irgendwie habe ich die Kontrolle. Nicht über mich, meinen Körper. Aber über mein Geheimnis und irgendwie gefällt mir das. Diese Kontrolle.
Eure Blogs werde ich später/morgen/die folgenden Tage lesen, hab ja die letzten Tage wieder ein bisschen Pause eingelegt, was auch teilweise am Schulstress lag.
Das erste, was ich denke, als ich die Ärztin sehe, ist: Ob sie magersüchtig war? Nur, weil du so krank bist, bedeutet das nicht, dass das jeder ist. Ist ja ekelhaft. Da hat die Stimme recht, ausnahmsweise mal, also schiebe ich den Gedanken schnell beiseite. Die Ärztin redet ein bisschen mit mir über die Schule, Freunde. Ihre Stimme ist unglaublich laut - am liebsten würde ich mir die Ohren zuhalten, weil mir ihre Stimme einfach viel zu laut und sich nicht gut mit meinen Kopfschmerzen verträgt - zwischendrin habe ich das Gefühl, dass sie immer wieder für ein oder zwei Minuten lauter wird, vielleicht, weil ich so unglaublich müde aussehe und sie mich wachhalten will, dann fragt sie: "Und bist du zufrieden mit dir?" Kurzes Zögern, dann Kopfschütteln. Sie wirft einen Blick auf den Fragebogen, ehe sie mit einem "Dir macht dein Gewicht zu schaffen, oder?" fortfährt, was ich bestätige. Sie sagt, dass das, was ich aufgeschrieben habe, in Richtung Essstörung geht und nach ein paar weiteren Fragen sagt sie: "Also...ich war früher auch mal essgestört" - Ich wusste es! - "und...". Sie erzählt mir eine Menge über ambulante Therapie und darüber, wie Kliniken das handhaben. Sie gesteht, dass sie mit den Methoden der Kliniken in unserem Umkreis eher weniger einverstanden ist und - was mir besonders gefällt - sagt, dass sie, da sie ja selbst essgestört war und weiß, wie das läuft, das ganze ein bisschen lockerer sieht, sie also vollkommen damit zufrieden würde, wenn ich mein Gewicht halten würde. Anschließend erwähnt sie, dass man - wenn ich denn überhaupt stationär behandelt werden möchte - mich wahrscheinlich eher nicht in eine Klinik für Essstörungen stecken sollte, da ich mich - soweit sie das herausgehört hat - sehr an anderen orientiere, mir vieles abgucke und so vielleicht noch tiefer mit reingezogen werde.
Anschließend spricht sie (in meiner Anwesenheit) mit meiner Mutter, zwischendrin bin ich kurz davor, einfach loszuheulen, aber ich reiße mich zusammen. Meine Mutter selbst wirkt eher gelassen. Sie regt sich nicht auf, sagt, dass sie mich nicht zum Essen zwingen will und all das.
Nachdem wir draußen sind, meint sie: "Alles okay?" Nicken. Tränen bekämpfen. "Schatz, das ist doch nicht schlimm. Also, schlimm ist es schon, aber ich schimpf ja nicht mit dir oder so. Du kannst nichts dafür." Ist es seltsam, dass ich dabei an Jacki und ihren "Vater" denken musste...? Ich nicke wieder nur, dann kommen doch ein, zwei Tränen. Eine Umarmung folgt, anschließend fragt meine Mutter, ob ich mir schon mal den Finger in den Hals gesteckt hätte. "Nein." "Gut.", ist ihre Entgegnung, dann fährt sie los.
Sie hat meinem Vater davon erzählt, ansonsten niemandem. Es ist meine Entscheidung, wer davon erfährt (Sie selbst trägt die Verantwortung, hat die Ärztin gesagt und dafür bin ich ihr dankbar), aber meine Mutter meinte, dass meine Schwester vielleicht zufällig davon erfährt, ich ihr aber auch davon erzählen kann, wenn ich will. Es ist meine Entscheidung und das tut gut.
Donnerstag, 22. Mai 2014
Tränen
"Wann hast du das letzte Mal was gegessen?" Das ist das erste, was L. mich fragt, nachdem sie mit mir das Klassenzimmer verlassen hat, weil ich nicht mehr standhalten konnte und angefangen hab, zu heulen. "Gestern." Ich erzähle mir von meinem Fressanfall gestern, davon wie sehr ich mich dafür hasse, mich vor mir widere und wie sehr mich das runterzieht. Sie fragt, ob meine Eltern das wissen. Noch immer lautet die Antwort 'Nein', aber ich erzähle ihr auch, dass ich am Montag den Termin habe.
Den ganzen Tag über sprechen mich die Leute darauf an oder fragen zumindest, ob alles okay ist. Ich tue die Frage "Was war vorhin los?" mit einem müden Lächeln und einem "Ist egal" ab, die Frage "Ist alles (wieder) okay?" beantworte ich mit einem Nicken. S. fragt etwas genauer nach: "War's deswegen?" Nicken. "Einfach so oder...?" La. schaltet sich ein und meint: "Ich denk, es ist alles wieder hochgekommen, oder?" Wieder nicken. "Na ja, ich mein, das ist ja schon voll schwer und so." Ja. Magersucht ist schwer. Das finde ich - warum auch immer - irgendwie total lustig. Magersucht ist schwer, dabei dreht sich alles dabei um's leichter werden. Ich kann mir gerade so ein hysterisches Lachen verkneifen, das nächste, was ich bekämpfe, sind Tränen. Mein psychischer Zustand heute war extrem wankelmütig und es wundert mich immer noch, dass ich nicht beim Lernen oder auch einfach so heulend zusammen gebrochen bin.
Den ganzen Tag über sprechen mich die Leute darauf an oder fragen zumindest, ob alles okay ist. Ich tue die Frage "Was war vorhin los?" mit einem müden Lächeln und einem "Ist egal" ab, die Frage "Ist alles (wieder) okay?" beantworte ich mit einem Nicken. S. fragt etwas genauer nach: "War's deswegen?" Nicken. "Einfach so oder...?" La. schaltet sich ein und meint: "Ich denk, es ist alles wieder hochgekommen, oder?" Wieder nicken. "Na ja, ich mein, das ist ja schon voll schwer und so." Ja. Magersucht ist schwer. Das finde ich - warum auch immer - irgendwie total lustig. Magersucht ist schwer, dabei dreht sich alles dabei um's leichter werden. Ich kann mir gerade so ein hysterisches Lachen verkneifen, das nächste, was ich bekämpfe, sind Tränen. Mein psychischer Zustand heute war extrem wankelmütig und es wundert mich immer noch, dass ich nicht beim Lernen oder auch einfach so heulend zusammen gebrochen bin.
Mittwoch, 21. Mai 2014
Wenn ich weg wäre
Ihr würdet es nicht bedauern, wenn ich weg wäre. Ihr würdet die vermissen, die euch Geld, Blätter, Stifte leiht, die, die euch die Hausaufgaben abschreiben lässt, weil ihr mal wieder zu faul gewesen seid. Ihr würdet eure Witzfigur vermissen. Ihr würdet die vermissen, die die Rolle der Kranken übernimmt, der Verrückten, wenn ich weg wäre, müsste eine andere diese Rolle übernehmen, ist das nicht traurig? Aber nicht mich. Nicht mich als Person und erst recht nicht als Freundin.
Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich mich wieder alleine fühlte. Leider kommt das in letzter Zeit immer häufiger vor und das gefällt mir nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich wieder in meine "alte Klassenrolle" abrutsche - immer alleine in der Ecke, still, unsichtbar. Anfangs hat mir das gefallen, aber jetzt würde ich damit nicht mehr klar kommen, jetzt, wo ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man eine andere "Klassenrolle" übernehmen kann.
Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich mich wieder alleine fühlte. Leider kommt das in letzter Zeit immer häufiger vor und das gefällt mir nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich wieder in meine "alte Klassenrolle" abrutsche - immer alleine in der Ecke, still, unsichtbar. Anfangs hat mir das gefallen, aber jetzt würde ich damit nicht mehr klar kommen, jetzt, wo ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man eine andere "Klassenrolle" übernehmen kann.
Dienstag, 20. Mai 2014
"Das übliche eben."
A
Wie gehts dir?
Naja dir?
Weshalb?
Nur...Einsamkeit. Das übliche eben.
Co
Ich habe ihre Nummer.
Autsch.
Warum schreibst du sie nicht an? Wenn ich fragen darf?
Ist 'ne komplizierte Geschichte. Ich glaube, sie mag mich (nicht) mehr (Anmerkung: Eigentlich wollte ich "nicht (mehr)" schreiben. Danke, Konzentrationsschwierigkeiten) und Ablehnung ertrage ich zurzeit nicht. Eigentlich ertrage gar nichts mehr.
[...]
Was ist passiert?
Ich wollte doch da sein:(
Nur ein bisschen...Einsamkeit und Bilder in meinem Kopf, die schön und unschön zugleich sind. Das übliche eben.
Das "Autsch"? Sie redete von T., falls sich noch jemand an sie erinnert. Das Mädchen, das mich glauben ließ, sie sei tot. Und jetzt ist Co. ihre Freundin. Co. hat sogar ihre Nummer. Ich kannte gerade mal T.s Skype-Namen. Es ist kindisch, unsinnig und dumm, ich weiß, trotzdem fühle ich mich verraten. Und einsam.
Einsamkeit...Die Gründe? Irrelevant. Ebenso die Bilder in meinem Kopf.
Das Ballett gestern? Darüber werde ich kein Wort verlieren. Zurzeit fühle ich mich nicht in der Lage und auch, wenn ich es eigentlich unerwähnt lassen könnte, wollte ich es trotzdem erwähnen, um Fragen zu vermeiden.
Ist es seltsam, dass ich hier sitze, lache und gleichzeitig heule? Warum ich lache? Weil ich heute morgen noch Ist es nicht seltsam, dass sich viele durch ihre Krankheiten immer wertloser fühlen, ich aber das Gefühl habe, dass mein Wert von Stunde zu Stunde zuzunehmen scheint? dachte und jetzt sitze ich hier, fühle mich wertloser denn je. Das ist der Grund, warum ich weine. Vielleicht ist es übertrieben, zu sagen, dass mein Leben mich überfordert, oder aus den Fugen gerät oder wie auch immer man sagen will, aber genau so fühlt es sich gerade an und die Tatsache, dass ichmir dabei wie eines dieser Möchtegern-Mädchen vorkomme bin, macht die Sache nicht besser.
Wie soll ich die nächsten Tage, alle voller Arbeiten, nur schaffen?
Wie gehts dir?
Naja dir?
Weshalb?
Nur...Einsamkeit. Das übliche eben.
Co
Ich habe ihre Nummer.
Autsch.
Warum schreibst du sie nicht an? Wenn ich fragen darf?
Ist 'ne komplizierte Geschichte. Ich glaube, sie mag mich (nicht) mehr (Anmerkung: Eigentlich wollte ich "nicht (mehr)" schreiben. Danke, Konzentrationsschwierigkeiten) und Ablehnung ertrage ich zurzeit nicht. Eigentlich ertrage gar nichts mehr.
[...]
Was ist passiert?
Ich wollte doch da sein:(
Nur ein bisschen...Einsamkeit und Bilder in meinem Kopf, die schön und unschön zugleich sind. Das übliche eben.
Das "Autsch"? Sie redete von T., falls sich noch jemand an sie erinnert. Das Mädchen, das mich glauben ließ, sie sei tot. Und jetzt ist Co. ihre Freundin. Co. hat sogar ihre Nummer. Ich kannte gerade mal T.s Skype-Namen. Es ist kindisch, unsinnig und dumm, ich weiß, trotzdem fühle ich mich verraten. Und einsam.
Einsamkeit...Die Gründe? Irrelevant. Ebenso die Bilder in meinem Kopf.
Das Ballett gestern? Darüber werde ich kein Wort verlieren. Zurzeit fühle ich mich nicht in der Lage und auch, wenn ich es eigentlich unerwähnt lassen könnte, wollte ich es trotzdem erwähnen, um Fragen zu vermeiden.
Ist es seltsam, dass ich hier sitze, lache und gleichzeitig heule? Warum ich lache? Weil ich heute morgen noch Ist es nicht seltsam, dass sich viele durch ihre Krankheiten immer wertloser fühlen, ich aber das Gefühl habe, dass mein Wert von Stunde zu Stunde zuzunehmen scheint? dachte und jetzt sitze ich hier, fühle mich wertloser denn je. Das ist der Grund, warum ich weine. Vielleicht ist es übertrieben, zu sagen, dass mein Leben mich überfordert, oder aus den Fugen gerät oder wie auch immer man sagen will, aber genau so fühlt es sich gerade an und die Tatsache, dass ich
Wie soll ich die nächsten Tage, alle voller Arbeiten, nur schaffen?
Sonntag, 18. Mai 2014
Ich drehe noch durch.
Nicht abgenommen. Nicht zugenommen. Aber ich glaube nicht, dass mein Stoffwechsel eingeschlafen ist. Von Freitag auf Samstag habe ich zugenommen, so schnell sollte der Stoffwechsel nicht einschlafen, vor allem, weil ich Freitag etwas mehr gegessen hatte. Oder?
Morgen ist Tanzen. Ich habe Angst. Bin nervös. Eigentlich wollte ich morgen ein bestimmtes (und realistisches!) Gewicht erreichen, aber das fällt wahrscheinlich flach. Bei meinem Glück hab ich sogar zugenommen und muss mit einem "Ich bin fett, eklig, zu schwer um grazil zu tanzen"-Geschrei in meinem Kopf in den Tanzsaal. Und dann sind da noch die anderen. Die Fremden. Die Bekannten. Ich mag Veränderungen nicht, solange ich sie nicht beeinflussen kann. Die mir bekannten Gesichter werden sich alle verändert haben. Mehr oder weniger. Und die anderen? Wie werden sie reagieren? Oder besser gesagt: Wie werden sie alle reagieren, auch die, die mich schon kennen? Werden sie einen Unterschied feststellen? Rein figurentechnisch, meine ich. Werden sie sich denken können, dass ich krank bin? Zumindest die "Fremden"? Was, wenn ich zusammenklappe, weil ich - vor Aufregung - nichts essen kann und dann zu schwach bin? Was, wenn ich - vor lauter Aufregung - einen Fressanfall haben werden und völlig aufgebläht dorthin muss? Irgendwie kann sich mein Körper nicht entscheiden. Mal will er Nahrung, Nahrung, Nahrung, wenn er aufgeregt ist und manchmal gibt es jedes bisschen Nahrung wieder von sich. Egal, was von beidem passieren wird: Es wird mich innerlichvermutlich umbringen. Die entscheidende Frage ist allerdings: Werde ich die dünnste sein? R., ein Mädchen aus meiner alten Klasse, die auch früher mit mir tanzte, ist auch ziemlich dünn, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie genauso dünn oder sogar noch dünner ist als ich.
Ist es nicht seltsam, dass einige krank werden, weil sie tanzen, ich hingegen tanze, weil ich krank bin und immer mehr Druck brauche, um mir nicht faul und dumm vorzukommen, auch, wenn es vollkommen dumm klingt?
Ich drehe noch durch.
Morgen ist Tanzen. Ich habe Angst. Bin nervös. Eigentlich wollte ich morgen ein bestimmtes (und realistisches!) Gewicht erreichen, aber das fällt wahrscheinlich flach. Bei meinem Glück hab ich sogar zugenommen und muss mit einem "Ich bin fett, eklig, zu schwer um grazil zu tanzen"-Geschrei in meinem Kopf in den Tanzsaal. Und dann sind da noch die anderen. Die Fremden. Die Bekannten. Ich mag Veränderungen nicht, solange ich sie nicht beeinflussen kann. Die mir bekannten Gesichter werden sich alle verändert haben. Mehr oder weniger. Und die anderen? Wie werden sie reagieren? Oder besser gesagt: Wie werden sie alle reagieren, auch die, die mich schon kennen? Werden sie einen Unterschied feststellen? Rein figurentechnisch, meine ich. Werden sie sich denken können, dass ich krank bin? Zumindest die "Fremden"? Was, wenn ich zusammenklappe, weil ich - vor Aufregung - nichts essen kann und dann zu schwach bin? Was, wenn ich - vor lauter Aufregung - einen Fressanfall haben werden und völlig aufgebläht dorthin muss? Irgendwie kann sich mein Körper nicht entscheiden. Mal will er Nahrung, Nahrung, Nahrung, wenn er aufgeregt ist und manchmal gibt es jedes bisschen Nahrung wieder von sich. Egal, was von beidem passieren wird: Es wird mich innerlich
Ist es nicht seltsam, dass einige krank werden, weil sie tanzen, ich hingegen tanze, weil ich krank bin und immer mehr Druck brauche, um mir nicht faul und dumm vorzukommen, auch, wenn es vollkommen dumm klingt?
Ich drehe noch durch.
Samstag, 17. Mai 2014
Versuchen wir doch einfach mal
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich zugenommen habe, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich mich deswegen fett und eklig fühle, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich laut meinem Kopf zu viel gegessen habe, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich nicht "normal" bin, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich (fast) anfange, zu heulen, sobald ich die Nährwerttabelle von Lebensmitteln durchlese und mich "nicht nur auf die Kalorien beschränke", zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich mir ständig die Nase zuhalte, wenn ich esse rieche, aus Angst, zuzunehmen, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich an manchen Tagen nicht mal einen halben Liter Wasser trinke, weil ich denke, dass darin irgendwie versteckte Kalorien sind, zu ignorieren,
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich mich manchmal vor, während und nachdem Essen von einem Snack zu wiege, um mich selbst zu quälen, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass es psychische Krankheiten gibt, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich davon betroffen bin, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die zahlreichen Bücher und Dokumentationen über diese Krankheiten zu vernichten.
Sieh mir dabei zu, wie ich daran verzweifle, etwas zu ignorieren, dass nicht möglich ist, weil es zu präsent in meinem Leben ist.
Sieh mir dabei zu und begreif endlich, dass es heutzutage nahezu unmöglich ist.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich mich deswegen fett und eklig fühle, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich laut meinem Kopf zu viel gegessen habe, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich nicht "normal" bin, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich (fast) anfange, zu heulen, sobald ich die Nährwerttabelle von Lebensmitteln durchlese und mich "nicht nur auf die Kalorien beschränke", zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich mir ständig die Nase zuhalte, wenn ich esse rieche, aus Angst, zuzunehmen, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich an manchen Tagen nicht mal einen halben Liter Wasser trinke, weil ich denke, dass darin irgendwie versteckte Kalorien sind, zu ignorieren,
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich mich manchmal vor, während und nachdem Essen von einem Snack zu wiege, um mich selbst zu quälen, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass es psychische Krankheiten gibt, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die Tatsache, dass ich davon betroffen bin, zu ignorieren.
Versuchen wir doch einfach mal, die zahlreichen Bücher und Dokumentationen über diese Krankheiten zu vernichten.
Sieh mir dabei zu, wie ich daran verzweifle, etwas zu ignorieren, dass nicht möglich ist, weil es zu präsent in meinem Leben ist.
Sieh mir dabei zu und begreif endlich, dass es heutzutage nahezu unmöglich ist.
Freitag, 16. Mai 2014
Panische Fragen
Ich wollte euch mal kurz - gewichtsmäßig - auf den neusten Stand bringen. Zurzeit wiege ich 36,4 kg und auch, wenn ich jeden Abend unglaubliche Angst davor habe, am nächsten Tag feststellen zu müssen, dass mein Stoffwechsel wieder stehen geblieben ist, esse ich nicht mehr.
In den letzten Tagen habe ich wieder dieses "Ich bin doch nur so 'n Möchtegern"-Gefühl, was dazu führt, dass ich
a) mich total auf jeden Tag, der dem 26. näher ist, freue, weil das bedeutet, dass ich automatisch meinem "Beweis" näherkomme. Ich weiß nicht, ob ich die Diagnose am 26. gleich bekomme (geht sowas wirklich so schnell...?), aber selbst, wenn es z.B. 5 Wochen dauern würde, würde das bedeuten, dass ich damit jeden Tag weniger entfernt davon bin.
b) deswegen totale Panik schiebe. Was, wenn ich ihr auflisten soll, was ich normalerweise esse und sie dann sagt, dass mein Essen zu "normal" für eine Essstörung sei? Was, wenn sie - aufgrund der vielen Fressanfälle der letzten zwei, drei Wochen - mir EDNOS diagnostiziert?
Davon abgesehen habe ich Angst vor der Reaktion meiner Mutter - oder besser gesagt meiner Familie allgemein. Was wird meine Schwester von mir denken? Die, die total abfällige Kommentare über Essgestörte macht? Und mein Vater? Ich habe immer noch den Satz Na ja, Magersüchtige sind ja schon ziemlich dumm. in Erinnerung. Die Antwort meiner Mutter - "Nein, Schatz, das ist 'ne Krankheit!" - hat er mit einem Dumm ist es trotzdem. abgetan. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinem Vater und deswegen habe ich umso größere Angst davor, was mein Vater denken wird. Ob das unser Verhältnis beeinflussen wird. Denn das will ich auf keinen Fall.
Und wer sonst wird davon erfahren? Meine Oma, die kocht wie eine Weltmeisterin? Und meine Oma und mein Opa, die beide ebenfalls göttliches Essen machen? Meine Tanten? Mein Onkel? Die anderen Familienmitglieder, die wir eigentlich nur bei großen Festen sehen? Wann? Einfach so? "Maike ist übrigens magersüchtig. Sollte sie also beim nächsten Mal nicht so viel essen, liegt's daran." Oder wenn's um's Essen geht? "Macht lieber das und das nicht, Maike wird das nicht essen. Sie hat Magersucht."? So viele Fragen, verbunden mit Angst.
Das schlimmste, was mir passieren könnte (zumindest zurzeit): Depressionen. Ich meine, mir ist klar, dass sowas so gut wie immer eine Begleiterscheinung von Essstörungen ist, aber ich fühle mich nicht wirklich depressiv. Natürlich, ich weiß nicht, wie sich das anfühlt, aber...ich denke, sowas merkt man irgendwie, oder?
In den letzten Tagen habe ich wieder dieses "Ich bin doch nur so 'n Möchtegern"-Gefühl, was dazu führt, dass ich
a) mich total auf jeden Tag, der dem 26. näher ist, freue, weil das bedeutet, dass ich automatisch meinem "Beweis" näherkomme. Ich weiß nicht, ob ich die Diagnose am 26. gleich bekomme (geht sowas wirklich so schnell...?), aber selbst, wenn es z.B. 5 Wochen dauern würde, würde das bedeuten, dass ich damit jeden Tag weniger entfernt davon bin.
b) deswegen totale Panik schiebe. Was, wenn ich ihr auflisten soll, was ich normalerweise esse und sie dann sagt, dass mein Essen zu "normal" für eine Essstörung sei? Was, wenn sie - aufgrund der vielen Fressanfälle der letzten zwei, drei Wochen - mir EDNOS diagnostiziert?
Davon abgesehen habe ich Angst vor der Reaktion meiner Mutter - oder besser gesagt meiner Familie allgemein. Was wird meine Schwester von mir denken? Die, die total abfällige Kommentare über Essgestörte macht? Und mein Vater? Ich habe immer noch den Satz Na ja, Magersüchtige sind ja schon ziemlich dumm. in Erinnerung. Die Antwort meiner Mutter - "Nein, Schatz, das ist 'ne Krankheit!" - hat er mit einem Dumm ist es trotzdem. abgetan. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinem Vater und deswegen habe ich umso größere Angst davor, was mein Vater denken wird. Ob das unser Verhältnis beeinflussen wird. Denn das will ich auf keinen Fall.
Und wer sonst wird davon erfahren? Meine Oma, die kocht wie eine Weltmeisterin? Und meine Oma und mein Opa, die beide ebenfalls göttliches Essen machen? Meine Tanten? Mein Onkel? Die anderen Familienmitglieder, die wir eigentlich nur bei großen Festen sehen? Wann? Einfach so? "Maike ist übrigens magersüchtig. Sollte sie also beim nächsten Mal nicht so viel essen, liegt's daran." Oder wenn's um's Essen geht? "Macht lieber das und das nicht, Maike wird das nicht essen. Sie hat Magersucht."? So viele Fragen, verbunden mit Angst.
Das schlimmste, was mir passieren könnte (zumindest zurzeit): Depressionen. Ich meine, mir ist klar, dass sowas so gut wie immer eine Begleiterscheinung von Essstörungen ist, aber ich fühle mich nicht wirklich depressiv. Natürlich, ich weiß nicht, wie sich das anfühlt, aber...ich denke, sowas merkt man irgendwie, oder?
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