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Aktuelles Gewicht: 42,x kg
Aktueller BMI: 17,x
1,56 cm

Donnerstag, 10. April 2014

Verstehen

10.04.14

Gewicht: 37,2
BMI: 15,3
Eingenommene Kalorien: 100
Verbrannte Kalorien: 101
Restliche Kalorien: 0

"Die Ka. meinte, dass sie immer Knieschmerzen hat und - setzen wir uns dahin? - ihr Arzt ihr ja nie was verschreiben will." L und ich setzen uns auf die Bank. "Na ja, ich hab auch ständig Knieschmerzen, aber bei mir liegt's halt daran, dass ich so wenig ess und so." Damit beginnt das Gespräch. L. versucht, zu verstehen. Sagt, dass es so unvorstellbar für nicht Betroffene ist, wie Menschen wie ich denken und fühlen. Fragt, ob ich nicht alle um mich herum als dick ansehe. Ich versuche ihr zu erklären (so, dass es für sie verständlich ist), dass anfangs nur die Wahrnehmung auf mich selbst verzerrt war, sich das ganze aber so in meinem Kopf "ausgebreitet" hat, dass ich auch andere - vermutlich - falsch und mich sogar auf Bildern teilweise dicker wahrnehme, als ich wahrscheinlich bin. Und das tut gut. Sie sagt nicht Sachen wie "Iss doch einfach was?" oder "Du hast zugenommen? Gut!" Sie will mich nicht zwanghaft helfen - helfen will sie schon, aber sie macht es sich nicht zur Aufgabe und akzeptiert, dass ich vorerst nicht von ihr Hilfe nicht annehme, weil ich sie nicht irgendwie negativ beeinflussen will -, sie will einfach nur nachvollziehen und das ist wohl eines der Dinge, die dafür sorgen, dass ich sie so mag. Sie sagt, dass es besser wäre, wenn ich Hilfe annehme, mit einem Erwachsenen/Experten rede, aber es scheint für sie nachvollziehbar zu sein, dass ich nicht mit meinen Eltern reden will. Irgendwann gehen wir und sie ruft mir noch ein "Ess heute noch was!" zu. Hab mich ja auch dran gehalten, wie man sieht.

Heute hatte ich "den Dementor" 4 Stunden lang. Nach der Doppelstunde Englisch hatte ich sie 90 Minuten (dummes Doppelstundensystem) lang in Spanisch und dann nach der Freistunde nochmal die Doppelstunde Sport, in der sie uns ziemlich getriezt hat. Dementsprechend müde und verstört (diese Frau verstört mich einfach nur, so seltsam sich das auch anhört) bin ich heute. Hoffentlich kann ich heute besser und/oder länger schlafen. Wäre schön.

Mittwoch, 9. April 2014

Selbstekel

09.04.14

Gewicht: 36,9
BMI: 15,2
Eingenommene Kalorien: 200 
Verbrannte Kalorien: 616
Restliche Kalorien: 0

K. hat die Angewohnheit, immer überall ihre Finger zu haben. Ständig steckt sie dir den Finger ins Ohr, pickt dich und fährt mit der ganzen Hand in deinem Gesicht rum. Es ist ekelhaft. Ich hasse es. Wir alle hassen es. "Oh, K, hör auf, du nervst. Geh weg!" Es ist ihr scheißegal, wie genervt wir es sagen und ob wir weggehen, sie hört nicht auf. Dadurch, dass ich mich eh so unwohl in meinem Körper fühle, wird es nicht leichter. Auf mir wirkt es immer so..."Da, dein Gesicht ist eklig und hässlich und um dich daran zu erinnern, fahre ich mit meinem Finger darin herum, haahaa!"oder "Du bist fett und damit du das nicht vergisst, vergrabe ich meine Finger darin, iiihhhh!" Heute in Bio war es wieder besonders schlimm. Ich hab zwar 700 Gramm abgenommen und das hat mich heute morgen glücklich gemacht. Erfolg. Das tat gut. Aber in Bio hat sie das alles zerstört. Plötzlich es nicht ganze 700 Gramm! Sei stolz auf dich! mehr, sondern nur mickrige 700 Gramm? Du hättest nicht so viel fressen sollen. Bah. und das hat mich so fertig gemacht, dass ich fast geheult hab, weil ich so voller Selbstekel war.
Daheim hab ich dann nach dem Essen (was total fettig war und für noch mehr Selbstekel sorgte) zu meinem Vater gesagt: "Ooohhh, nur noch zwei Tage, dann hab ich zwei Wochen Ruhe vor K!" - "Warum Ruhe?" Nachdem ich's ihm erklärt hab, meinte er: "Weißt du, was man da macht?", nahm meinen Kopf in seine Hände und fährt mit seiner Zunge über meine Stirn. Nach dem Essen!!!! Ich sagte dann "Ich geh duschen" (was ich für heute eh vorhatte, aber dann eben vorgezogen habe) und noch während ich mich in Richtung Dusche/Bad bewegt habe, stiegen mir vor lauter Ekel Tränen in die Augen. Ich hab dann abgeschlossen und heulend und vor lauter Ekel vor mir selber (Immerhin hing die Spucke von meinem Vater an mir) durch's ganze Bad geschleudert. Unter der Dusche hab ich noch mehr geheult und versucht, meinen Selbstekel abzuwaschen. Hat natürlich nicht funktioniert.
Bei den Hausaufgaben hab ich dann noch mehr geheult und mich so sehr gehasst, weil ich die Hausaufgaben einfach nicht hinbekommen hab. Aus "nur noch zwei Tagen" sind jetzt "noch zwei Tage. Das ist so lang" geworden und ich hasse mich so sehr und bin so angeekelt, dass ich an mir reibe, auf mich einschlage und sogar in meine Beine beiße, wenn es ganz besonders schlimm ist. Wenn das morgen so weitergeht, lass ich mich abholen oder so. Ich blamiere mich nämlich nicht vor der Schule oder so.
  Wenn ich weine, weine ich normalerweise 15-60 Minuten und dann ist gut, dann weine ich nicht mehr. Aber heute ist es andersrum. Seit dem ersten Heulkrampf habe ich 60 Minuten (wenn überhaupt) es ohne Tränen überstanden, dann ging's wieder los.

Später beim Kieferorthopäden kam dann Gemecker, ich würde meine Spange nie tragen (ich vergess das ständig, Verzeihung, dass in meinem Kopf nur Kalorien sind. Hab's mir ja auch ausgesucht, ne?) und das wäre total kontraproduktiv (nein, wirklich?) und deswegen liefen mir sogar dort vereinzelt Tränen runter, aber ich hab mich zusammen gerissen.
Na ja, dadurch, dass ich die Spange nicht ganz so oft anhabe (ich hab sie trotzdem an!), muss ich sie jetzt mindestens eine Woche lang nicht nur nachts, sondern auch tagsüber anziehen. Von mir aus, was soll's. Kann damit leben.

Ich bin kurz davor, zu meinem Vater zu gehen und zu sagen: Mit deiner ekelhaften Schleckerei hast du mir den ganzen Tag zerstört. Danke auch! Aber das wäre unfair. Zum einen kann er nichts für meinen Selbstekel, zum anderen hat er heute Geburtstag, also würde wohl ich ihm den Tag zerstören und nicht andersrum.

Dienstag, 8. April 2014

Totkotzen

08.04.14

Gewicht: 36,7
BMI: 15,5
Eingenommene Kalorien: 216
Verbrannte Kalorien: 819
Restliche Kalorien: 0

Sie ist schon 8.
Was? Schon?
Jaaa.
Wie alt werden Hunde in der Größe so durchschnittlich?
So 12, 13 können das schon werden.
Oh, gut, dann hab ich sie ja noch ein paar Jahre.
Ja.
2 Minuten Schweigen.
Mama?
Ja?
Ähm, Funny kotzt ja so oft und...naja, also zum Bulimiekranke können ja sterben, wenn denen die Speiseröhre wegätzt
Ja...?
Na ja, und die kotzt ja jetzt auch öfter als gewöhnlich und kann es dann sein, dass das bei ihr auch passiert?
Hm, ja, möglich wär's schon. Deswegen kriegt die ja jetzt immer so Tabletten und so.

Das Gespräch von gestern ist mir heute Mittag beim Spaziergang mit Funny eingefallen. Dann habe ich fast angefangen zu heulen, weil ich das Gefühl habe, sie ist die einzige, die den Hunger und das Essenverweigern versteht und sogar mit mir (teilweise (für gewöhnlich dreimal in der Woche) unter einem Dach wohnt.
Zur Erklärung:
Funny kommt aus einer spanischen Tötungsstation (Ich hasse diese Teile, wie kann man nur so gnadenlos sein?) und hat ziemliche Magenprobleme (was bei Hunden aus der Gegend oder generell aus dem Ausland wohl häufiger vorkommt). Sie frisst nur wenig, lässt ihr Essen stehen und/oder kotzt was das Zeug hält. Ich weiß, dass Tiere nicht magersüchtig werden können, weil das total unnatürlich ist, trotzdem stelle ich mir oft vor, wie es wäre, wenn Funny ein Mensch wäre. Sie wäre bestimmt auch essgestört. Einerseits ist das erschreckend (vor allem meine Denkweise...), andererseits ist es irgendwie gut, zu wissen, dass mich jemand verstehen würde (theoretisch). So viel dazu.
Ich habe Angst, dass sie sich wortwörtlich zu Tode kotzt und damit waren meine Gedanken wieder bei den bulimiekranken Menschen (unter anderem bei Calla, ich will damit niemanden bevorzugen oder so, sondern ihr nur zeigen, dass ich auch trotz ihrer Bloggerpause an sie denke) und musste dann weinen, weil mir das das Herz gebrochen hat.

Habe ich euch schon erzählt, wie sehr es mich fertig macht, dass L, K, Ma,  usw. Naturtalente sind? Tja, das wird nicht unbedingt durch - wenn auch nicht ernstgemeinte - Sätze wie "Gott, bist du dumm hahaha" besser. Dieses Gefühl, nichts zu können, am falschen Ort (bezüglich Gymnasium...dafür muss man ja 'intelligent' sein (ich setz es deshalb in Anführungszeichen, weil Noten ja nichts mit Intelligenz zu tun haben) zu sein, nicht dazuzugehören wird dadurch nur gefüttert. Er breitet sich immer mehr in mir aus. Dank meiner 600 Gramm Zunahme war es heute wieder besonders schlimm. Deswegen habe ich beschlossen, etwas Sport zu machen (das werde ich allerdings nicht zu den verbrannten Kalorien dazuzählen), wenn ich heute Nacht mal wieder nicht schlafen kann, damit ich morgen wenigstens ein bisschen abgenommen habe, um mich ein wenig besser zu fühlen. Nur ein ganzes kleines bisschen, ich glaube nämlich, dass ich morgen wieder das Bioprojekt zurückbekomme und wie sehr mich das zur Verzweiflung und zur Versagensangst getrieben hat, hab ich ja bereits erwähnt.

Montag, 7. April 2014

Dementor

07.04.14

Gewicht: Erst war die Waage auf "00", mehrere Male, dann schwankte sie zwischen 36,6 und 37,4. Keine Ahnung, was ich wiege. 
BMI: -
Eingenommene Kalorien: Zu allem Überfluss hatte ich 'n Fressanfall. Na danke.
Verbrannte Kalorien: 706
Restliche Kalorien: ?

Ich lauf' schon wieder diesen Gang entlang.
Warte auf das Ende.
Aber es kommt nicht.
Wo ist es?
Ich sehe es.
Aber ich komme nicht an.
Das Gefühl, ich würde auf der Stelle laufen, bleibt.
Plötzlich wird die 1,25 Liter-Flasche in meiner Hand unglaublich schwer, dabei ist schon zur Hälfte geleert.
Für einen Moment habe ich das Gefühl, sie rutscht mir aus der Hand.
Und noch während ich mich auf den Fall der Flasche vorbereite,
stehe ich plötzlich am Ende.
Wie kommt das hierher?
Ich war doch so weit weg?
Ich bin müde, irritiert.
Wie lang war ich gestern wach?
2 Uhr? 3?
Keine Ahnung, ich weiß es nicht mehr.
Warum auch immer drehe ich mich um.
Meine Spanischlehrerin kommt.
Angst.
Kälte.
Meine Fröhlichkeit, die mich vorher erfüllt hatte, verschwindet.
Sie ist wie ein Dementor.
Sie scheint alles Glück auszusaugen, stattdessen Kälte und Angst zu verbreiten.
Ich will weinen, ihr entfliehen.
Wenn sie mit mir redet, habe ich immer das Gefühl, zu versagen.
Jedes Wort scheint voller "Ach, Kleine, versuch's gar nicht erst. Du kannst es ja doch nicht" zu sein.
Und auch, wenn mich ein (kleiner) Nervenzusammenbruch von ihr "fernhalten" würde, habe ich Angst davor.
Nichts passiert.
Glücklicherweise.
Trotzdem bohrt sich der Spanischlehrerin-Dementor-Vergleich in mein Gehirn.
Ist es falsch?

Sonntag, 6. April 2014

Nichts zu erzählen.

06.04.14

Gewicht: 37,0
BMI: 15,2
Eingenommene Kalorien: 286
Verbrannte Kalorien: 352
Restliche Kalorien:  0

Es gibt nicht wirklich viel zu erzählen. Außer, dass ich nicht in der Kirche war und abgesehen vom Mittagessen eigentlich "nur" 3 oder 4 Äpfel gegessen. Ich liebe Äpfel. Und zum Glück zählen bei der SGD (höre ich mich eigentlich nur in meinen Augen/Ohren wie 'n "Pro Ana"-Mädchen an? Oder geht's euch auch so...?) nicht, wunderbar. Das einzige, was ich euch noch zeigen könnte, sind die Bilder die ich heute morgen gemacht habe, bevor ich was gegessen und getrunken hab.

Auf dem unteren Bild hab ich eingeatmet, deswegen sehe ich da ein wenig
dünner aus. Da sieht man auch ein bisschen (m)eine Rippe(n) und in den
ersten 10 Minuten war ich stolz drauf, dann hab ich mich wieder dick gefühlt.

Samstag, 5. April 2014

Das kommt nur daher.

"Es ist dumm, auf eine einzige Sache zu zeigen und zu sagen: Das kommt nur DAHER." - Morton Rhue (Ryan Clancy), Ich knall euch ab Ich mag den Satz deshalb so, weil es bei so unglaublich vielen Dingen so ist. Deswegen wollte ich ihn vor alles andere stellen. Er ist wichtig, finde ich.

05.04.14

Gewicht: 37,4
BMI: 15,4
Eingenommene Kalorien: 160
Verbrannte Kalorien: 355
Restliche Kalorien: 0

Ein halbes Kilo also. Wenn das kein Wasser und/oder Darminhalt ist, frage ich mich wirklich, was bei meinem Körper anders läuft als bei anderen. Das ist doch nicht normal.
Gestern war ich bis 3 wach und nachdem ich mit "Ich knall euch ab!" fertig war (die Deutschlektüre, die wir gestern erst angefangen haben...Das Buch ist total gut geschrieben, aber die Abschiedsbriefe haben ein kleines bisschen getriggert.), hab ich mit meiner Physik-GFS angefangen. Dichte. Fett schwimmt, wegen dem Unterschied der Dichte, wenn ich das richtig verstanden hab. Ich hab zugenommen. An mir ist mehr Fett. Müsste ich dann (besser) schwimmen können, ohne mich zu bewegen? Der Gedanke macht mir Angst. Denn eigentlich bin ich inzwischen viel zu schwer, müsste untergehen... - Meinen Gedanken ergeben keinen Sinn. Na toll.

Ich hab nach dem Frühstück/Mittagessen "Brunch" Sport gemacht und danach waren meine Arme bleischwer, ich musste mich regelrecht anstrengen, meine Arme oben zu halten, wenn ich sie hochgehoben habe (ob sich so Astronauten fühlen, nachdem nach Monaten im Weltall wieder auf die Erde zurückkommen?) und schwindelig war mir auch etwas. Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass mir (ein bisschen) schwindelig ist, sogar während/nach dem Essen, aber ich gebe zu, in Kombination mit den "Bleiarmen" hat mir das irgendwie eine Gefühl von Stärke gegeben. Jaaa, ich weiß, ich schreibe immer kränker, ich merk's ja selber, ich hör mir schon fast wie so 'ne Pro-Ana an, aber wenn ich den Teil nicht schreiben würde, werden mich diese Gedanken umbringen. Und dann werden die Gedanken immer kränker, glaube ich. Was ja auch nicht wirklich besonders gut ist, richtig?

Ich weiß nicht, warum (vielleicht, weil auf meinem Dashboard gerade eine Welle von mageren, mit Schnitten übersäten Körpern ist), aber ich musste gerade daran denken, wie damals mit Fr. C. (die Sozialarbeiterin meiner ehemaligen Schule) zu mir sagte: "Menschen mit Magersucht in Kombination mit selbst verletzendem Verhalten sind eher selten." Damals war ich mir zwar nicht sicher, ob sie recht hatte, da ich bereits zu diesem Zeitpunkt viele Menschen mit SVV und Anorexie in Kombination kannte, allerdings dachte ich, sie würde recht haben, immerhin hat sie es studiert und ich hatte mir (immer) krasse(re) Fälle "rausgepickt". Heute weiß ich, dass sie falsch liegt. Heute weiß ich, dass es eher wenige gibt, die eine Essstörung und sich (trotzdem?) noch nie geschnitten haben und auch, wenn es eingebildet klingen mag, sage ich mit Stolz, dass ich zu diesen wenigen gehöre. Manchmal, wenn ich wieder in meiner alten Schule bin (meine jetzige Schule liegt gegenüber, L. besucht regelmäßig ihre alte Klasse und ich komme immer mit), will ich zu Fr. C. gehen und ihr sagen, dass sie falsch liegt. Dass es mehr anorektische Menschen mit SVV gibt als anorektische Menschen ohne SVV. Dass ich zu den Anorexie-aber-kein-SVV-Menschen gehöre. Dass ich mich habe mitreißen lassen. Dass es mir leid tut. Aber letzten Endes tue ich es doch nie. Ist ja so betrachtet auch unwichtig.

Morgen muss ich in die Kirche, weil ich beim Vorspiel der Kinder einspringen muss, da nicht genug Kinder gekommen sind. Gestern bei der Probleme, war meine Konzentration nicht die beste und ich hab immer wieder kurz gestockt. Ich habe Angst, mich morgen zu blamieren und überlege, ob ich mich krank stelle, damit ich das umgehe. Ich glaube, dass das mindestens genauso schlimm wäre wie eine 1-Kilo-Zunahme.
Ob ich mich morgen krank stelle oder nicht, mache ich wahrscheinlich davon abhängig, wie groß die Angst ist. Oder so. Keine Ahnung.

Freitag, 4. April 2014

Noten

04.04.14

Gewicht: 36,9
BMI: 15,2
Eingenommene Kalorien: 213
Verbrannte Kalorien: 711
Restliche Kalorien: 0

Hör auf. Hör auf damit. Hör gefälligst auf damit, dieses dumme Projekt zu perfektionieren. Ich weiß, dass du das bist jetzt schon besser gemacht hast, als ich, genau wie alle anderen. Mein Perfektionsdrang bringt mich ja eh schon um den Verstand, mach es nicht noch schlimmer. HÖR AUF! Das hätte ich fast zu L. gesagt, als sie während Mathe noch etwas an ihrem Bioprojekt gearbeitet hat.
Ich war kurz davor, ihre Blätter zu zerreißen, weil ich es nicht ertragen habe. Nicht nur, dass ich total unruhig war, weil wir am Ende der Mathestunde unsere Arbeiten zurückbekommen habe (Ich hab eine 3,4 und bin damit zufrieden, auch, wenn ich immer noch auf 3,8 stehe.), weil ich zwar 400 Gramm abgenommen, mich aber trotzdem so gefühlt habe, als ob ich 400 Gramm zugenommen habe. Nein, sondern auch, weil ich mein Projekt mit dem der anderen verglichen habe und  plötzlich sah aus der 3, auf die ich hoffe, eine 4 werden. Damit wären die Chancen, im Zeugnis in Bio eine 3 zu haben, geringer. (Ich hab eine 2 in der Arbeit geschrieben, steh mündlich auf 3 und hatte in der Halbjahresinformation eine 3!?!) Dementsprechend hatte ich nicht nur Angst vor der Mathearbeit, sondern auch vor der Note für's Bioprojekt, auch, wenn ich die erst in ein paar Tagen/Wochen bekomme.
Das einzige, was mich ein wenig aufgemuntert hat, war der Gedanke, dass ich abgenommen habe. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass meine Rippen aus meiner Haut "herausstoßen" wollen und sich gefangen fühlen. Aber so war es natürlich nicht.

Donnerstag, 3. April 2014

"Alter!"

03.04.14

Gewicht: 37,3
BMI: 15,2
Eingenommene Kalorien: 209
Verbrannte Kalorien: 408
Restliche Kalorien: 0

"Alter, wollt ihr mir alle die Wirbelsäule brechen oder was?", meckere ich, nachdem mir Ma. zweimal heftig auf den Rücken bzw. zwischen die Schulterblätter klopft. Fest. Eigentlich kein Problem, wenn K. nicht eine Viertelstunde vorher dasselbe gemacht hätte. "Nimm mal zu, Diggah", lacht Ma. und bevor ich richtig drüber nachgedacht habe, sage ich "Nee", aber glücklicherweise geht das ganze im Lärm (sprich: Dem lautem "Ein belegtes Brot mit Schinken - Schinken! - ein belegtes Brot mit Ei - Ei!"-Gegröle) der Klasse unter. 

"Alter, bei der Maike kann man sich gar nicht richtig einharken, weil die so dünne Arme hat, das ist voll ekelhaft", meint K. Nicht die "Dünnheit" der Arme sind ekelhaft, sondern das eher muskellose Fett daran. So kann's man auch sehen. Ich nehme es nicht wirklich als Beleidigung wahr. Denke auch nicht, wie blind K. doch ist, weil ich weiß, dass nicht sie, sondern ich die gestörte Wahrnehmung hab, also ist es okay. 

Was mir in letzter Zeit immer wieder auffällt, ist folgendes: Während dem Essen bin ich "normal", aber sobald ich aufgehört habe, werde ich unglaublich aggressiv. Andere heulen - oder bluten - ihren Selbsthass heimlich aus sich heraus, wieder andere lenken sich ab, indem sie Hausaufgaben, Sport oder sonst was andere, andere werden das Essen genau durch so los, wie sie es zu sich genommen habe, aber ich werde aggressiv, schreie, zicke rum, motze ohne wirklichen Grund. Noch kann ich sagen, dass es an der Pubertät liegt. Stimmungsschwankungen und so weiter. Aber wie wird das in 10 Jahren sein, vorausgesetzt, ich bin bis dahin nicht wieder "gesund" (Ich rechne mit dem Schlimmsten und hoffe auf das Beste)? Da gibt es keine Pubertät mehr. Und ich denke, irgendwann wird es auffallen, dass ich "nur" nach dem Essen aggressiv werde, oder?

Vorhin hab ich ein Stück Zahn verloren. Na ja, nicht wirklich ein Stück, eher ein winziger Splitter, trotzdem hat es mich ein wenig beunruhigt. Hatte ich nicht erst gestern noch von der Angst um meine Zähne geschrieben? Wie würde jetzt meine Klasse sagen? "Alter, was geht bei dir?"

Übrigens mache ich jetzt - wieder mal - die Skinny Girl Diet, obwohl es mir diesmal nicht so sehr um's direkte Abnehmen geht, sondern eher um meinen Stoffwechsel (was ja letzten Endes doch wieder mit dem Abnehmen zusammenhängt, aber na ja) und führe nahezu übertrieben Protokoll. Vielleicht werde ich das jetzt öfter so machen. Protokoll führen, meine ich. Irgendwie gefällt mir das. 

Mittwoch, 2. April 2014

Estelle ist tot.

02.04.14

Gewicht: 37,3
BMI: 15,3
Eingenommene Kalorien: 356
Verbrannte Kalorien: 610
Restliche Kalorien: 0

Estelle ist tot. [Nein, Estelle nicht der echte Name, aber sie wollte gerne so genannt werden, deshalb benutze ich ihn.] Als ich die Nachricht im August von T. bekommen hatte, fühlte ich...nichts. Absolut nichts. Erst ein paar Wochen später packte mich der Schmerz und verfraß mein Herz Stück für Stück. Und heute - 9 Monate später - stelle ich fest, dass Estelle noch lebt. 9 verdammte Monate lang dachte ich, dass mir jemand genommen wurde, der mir wichtig war. Und kaum begriff ich langsam, dass Estelle es nicht für nötig hielt, mir zu schreiben, mir zu zeigen, dass sie lebte und ich ihr damit wohl nicht wirklich wichtig war, da sah ich, dass T. schon es längst weiß. Seit mindestens einem Monat. Ich wurde so wütend, dass ich nicht mehr wissen wollte, wie lange sie es schon weiß. T und ich haben uns zwar aus den Augen verloren, aber sie hatte damals versprochen, dass sie mir Bescheid geben würde, wenn sie etwas neues von Estelle erfahren würde. Danke, du mich auch. Für einen Moment habe ich überlegt, T. zu schreiben, sie fragen, was das soll, aber ich weiß, wie das endet: Ich werde ausrasten. Dann wollte ich Estelle schreiben, allerdings weiß ich nicht, ob ich mich auch dort zurückhalten kann. Dabei will ich eigentlich nur wissen, ob ich wirklich so 0815 bin, dass man mich - "einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben" - einfach so vergessen kann.
Das einzige, was mich aufmuntert, ist der Gedanke an den Brief von C., den ich vor'm Mittagessen gelesen habe und wegen dem ich erst gelächelt/gegrinst und anschließend geheult hab. (Und ganz nebenbei hat er mich in gewisser Weise zum Essen aufgefordert.) Trotzdem war die Estelle-Sache ein richtiger Schlag ins Gesicht. Und in die Eierstöcke. Oder so. Und schlecht fühle ich mich auch. Wertlos irgendwie und völlig durchschnittlich.

Heute in der Gruppenstunde gab es Kuchen (deswegen so viele Kalorien, mein Mittagessen hatte gerade mal 70) und da kam es zu folgendem Dialog:

Willst du Kuchen?
Ich schüttle den Kopf.
Bist du auf Diät?
Natürlich. (Ironie!)
Wirklich? P. scheint überrascht zu sein.
Nein! Sage ich in diesem "Um Gottes Willen, was denkst du von mir?"-Ton.
Oh gut, ich dachte schon, hahaha.

Für einen kurzen Moment lag mir der Satz Ich bin auf Magersucht. Und Magersucht ist keine Diät. auf der Zunge, habe ihn aber sofort wieder verschluckt. Aber ich habe gemerkt, wie P. mich beobachtet hat, also hab ich doch Kuchen gegessen, mit dem Wissen, dass mich Übelkeit quälen wird.
Ich weiß nicht, ob es normal ist, aber in letzter Zeit rebelliert mein Magen gegen jedes bisschen Essen. Dadurch, dass wir danach Zombieball ( -> viel rennen, verbrennt zwar Kalorien, mischt aber anscheinend auch das Essen ziemlich durch) gespielt haben, wurde mir noch übler. So übel, dass ich zwischendrin immer wieder das Gefühl hatte, dass ich mich übergeben müsste. Ich will mich nicht übergeben. Meine Zähne werden zwar wahrscheinlich durch die Anorexie nicht wirklich gut wegkommen, aber ich glaube, dass Übergeben es nur noch schlimmer machen werden. Davor habe ich Angst.

Ich war immer einer dieser Menschen, die unauffällig sind, sich zurückhalten, aber immer da sind, wenn man sie braucht und ihr Bestes tun.
Das war beim Zombieball heute und auch bei Problemen/Freundschaften war es so und wird es immer bleiben. Ich stehe oft in (dunklen) Ecken, will mich nicht aufspielen, sondern eher die Menschen beobachten, verstehen und sie mit meinem "Wissen" über sie überraschen, ihnen damit sogar helfen, wenn sie es brauchen. Ich will nicht angeben oder so, aber ich denke, dass ist eines der (vermutlich eher wenigen) Dinge, die die Menschen an mir schätzen. Und das ist ausnahmsweise mal etwas, was ich akzeptieren, sogar nachvollziehen kann.

Dienstag, 1. April 2014

Und plötzlich war ich weg


01.04.14

Gewicht: 37,6
BMI: 15,5
Eingenommene Kalorien: 174
Verbrannte Kalorien: 206
Restliche Kalorien: 0

Mein Stoffwechsel kotzt mich an. Er kotzt mich so dermaßen an. Wahrscheinlich könnte ich den ganzen Tag nichts essen und würde trotzdem nicht abnehmen. Der Fressanfall am Sonntag hat ja nicht viel gebracht. 100 Gramm Zunahme und fertig. Mehr nicht. Ich will weinen. Solange, bis ich mein ganzes Wasser los bin. An Wassergewicht verloren habe (ich glaube, dass ich schon mal am "Bloganfang" geschrieben hab. Ist also nichts "neues, krankes" in meinem Kopf). Um mich wenigstens einmal leichter zu fühlen. Aber so funktioniert das leider nicht und das macht mich total kirre.

In der Schule haben K. und L. darüber geredet, wie sie mich am Anfang fanden. Als wir zusammen neu in die Klasse kamen, meine ich. K. mochte mich von Anfang an, worüber sich mein Ego total gefreit hat, aber L. sagte, dass sie mich anfangs total scheiße fand (Damit war mein Ego dann wieder im Eimer.), weil ich mich damals beim Geschichtsprojekt nicht eingebracht habe (Was mich ein wenig gekränkt hat. Ich hab immer wieder gefragt "Kann ich was machen?" und "Soll ich das übernehmen?" hab und als Antwort nur ein "Nee, lass mal" kam.) und generell (wie immer) Schwierigkeiten hatte, mich einzufinden. Und plötzlich war ich weg. Das "Gehör ich überhaupt dazu?"-Gefühl kam wieder zurück und ich erinnerte mich daran, wie anfangs in den Pausen alleine dasaß und vor mich hingestarrt habe. Auf einmal war ich mir nicht mehr sicher, ob ich überhaupt zu K., L. und den anderen gehörte. Trotzdem hab ich den ganzen Tag so getan, als hätte mir das alles nichts ausgemacht, habe weiterhin Selbstbewusstsein gefaket (eine Freundin meinte mal zu mir, dass das nicht ginge, aber ich krieg's trotzdem hin, haha) und versucht, nicht zu sehr darüber nachzudenken.

Beim Mittagessen hatte ich das Gefühl, das Essen würde zwischen meinen Rippen stecken bleiben. Das Gefühl allein war verdammt unangenehm, das seltsame daran ist aber, dass es Pfannkuchen gab, also nichts Hartes oder Kantiges.
Danach hatte ich so einen unglaublichen Drang, das Essen wieder loszuwerden, dass ich direkt nach dem Essen mit dem Hund raus bin, um wieder runter zu kommen. Danach war der Drang weg und selbst wenn er da gewesen wäre, glaube ich nicht, dass nach einer halben Stunde wahnsinnig viel raus gekommen wäre (davon abgesehen hätte ich es wahrscheinlich eh nicht "geschafft"). Dieser Drang nach einem leeren Magen macht mir irgendwie Angst. Aber ich kann mich trotzdem nicht dazu überwinden, mit einem nicht betroffenen Erwachsenen darüber zu reden.

Hoffentlich funktioniert mein Stoffwechsel morgen wieder.