Es ist gerade 02:07 und ich habe natürlich nichts besseres zu tun als zu bloggen....
Die liebe Fee hat mich getaggt :)
1. Worauf bist du stolz?
Ich bin stolz darauf, eines meiner Fear foods überwunden und in ein "Safe food" 'verwandelt' zu haben und das, obwohl ich nicht mal ansatzweise in Recovery bin (für mich gehört das überwinden von Fear foods irgendwie immer zum recovern - und nur zum recovern - dazu.
Ich bin stolz darauf, sämtliche "Thinspos" aus meinem Leben verbannt zu haben. Im Nachhinein ist das Zeug echt dämlich, irgendwie. Was nicht bedeutet, dass ich irgendjemanden, der sich dadurch "motiviert" fühlt, verurteile, aber es gehört nicht mehr wirklich zu meinem Leben.
Ich bin stolz darauf, mich dazu überwunden zu haben, eine meiner Geschichten auf Englisch zu schreiben.
Ich bin stolz darauf, meine Geschichten nach Jahren anderen Leuten, die ich persönlich kenne (meiner Kunsttherapeutin und meiner Mutter) zu zeigen. Ich hatte immer Angst davor, dafür ausgelacht zu werden und das sämtliche "Du schreibst doch total gut!"s gelogen waren.
Ich bin stolz darauf, es endlich, nach langer Zeit, geschafft eine Freundschaft für fast zwei Jahre konstant aufrecht zu erhalten.
Ich bin stolz darauf, es langsam hinzukriegen, manche Menschen aus meiner Vergangenheit endgültig aus meinem Leben zu verbannen. (Bei anderen ist es eher das Gegenteil, was mir nicht gut tut, aber nun ja.)
Ich bin stolz darauf, ein so gutes Verhältnis zu meinen Eltern und meiner Schwester zu haben. Andere haben ein "normales" oder schlechtes Verhältnis zueinander und ich werde immer traurig, wenn ich merke, dass es anderen nicht genauso ergeht wie mir.
Ich bin stolz darauf, C. endlich von meinen Problemen erzählt zu haben - und das habe ich immerhin fast 1 1/2 Jahre vor ihr geheim gehalten und es war wirklich schwer, es nicht einfach zu erzählen.
Ich bin stolz darauf, bisher M. noch nichts von meinen Gefühlen erzählt zu haben (und das schon seit 5 Jahren, wobei ich mich eigentlich erst 2 Jahren so wirklich darauf "konzentrieren" muss), was ziemlich schwer ist, weil ich einfach gerne mit Dingen hinausplatze - aber es ist einfach besser so.
2. Was motiviert dich?
Es motiviert mich, wenn ich daran denke, wie viele Menschen es geschafft haben, aus diesem Kreis von Krankheiten herauszukommen.
Es motiviert mich, Menschen miteinander zu verbinden.
Es motiviert mich, wenn ich ganz plötzlich irgendwelche Komplimente (oder so etwas in der Art) zu bekommen.
Es motiviert mich, zu sehen, dass ich ausnahmsweise mal besser als L. bin, egal, auf welche Art und Weise (abgesehen von solchen Dingen wie hungern!)
3. Was willst du unbedingt erreichen?
Ich möchte irgendwann mal ein Buch schreiben. Lange Zeit wollte ich es einfach für mich schreiben, aber vielleicht - aber wirklich nur vielleicht - werde ich doch versuchen, es irgendwie veröffentlichen zu lassen und wenn es nur mit einem winzigen Verlag ist - veröffentlicht ist veröffentlicht.
Ich möchte irgendwann mal richtige Fanpost verschicken - seltsam, aber wahr.
Ich möchte irgendwann mal mitten in der Nacht rausgehen und spazieren, ohne, dass es jemand merkt.
Ich möchte irgendwann mal jemandem das Leben retten.
Ich möchte irgendwann mal einen meiner Internetfreunde treffen - was eigentlich nicht schwer ist, aber ich krieg's trotzdem nie hin.
Ich möchte irgendwann mal wieder tanzen.
Ich möchte irgendwann mal ein richtig kitschiges Date haben, das am Ende total schrecklich wird (und das vermutlich das erste und letzte sein, aber egal.)
Ich möchte irgendwann mal eine richtige "Fuck it"-Phase durchleben, trinken und "weiche" Drogen nehmen bis zum Geht-nicht-mehr, rumvögeln und was weiß ich noch alles.
Ich möchte irgendwann mal viele Piercings und Tattos haben (ein Piercing hab ich sogar schon, hab also quasi schon angefangen).
Ich möchte irgendwann mal etwas tun, dass die Welt verändert - diesbezüglich ist Martin Luther King mein absolutes Vorbild.
Ich möchte irgendwann mal so sehr während eines Streites ausrasten, dass ich aus dem Affekt heraus jemandem eine Ohrfeige geben (sollte ich jemals Kinder haben, dann nicht ihnen!), weil ich denke, dass es sich in diesem Moment ziemlich befreiend anfühlt.
Ich möchte irgendwann mal, wenn ich mich denn überhaupt für Kinder entscheide, ein Kind adoptieren.
4. Wovon hast du zuletzt geträumt?
Ich bin mir nicht sicher, ob damit wirklich das Träumen im Schlaf gemeint ist, aber ich gehe einfach mal davon aus.
Der Traum war zu verstörend, um ihn zu teilen, ich versuche gerade wirklich, so lange wie möglich wach zu bleiben, weil ich ehrlich gesagt etwas (sehr große) Angst davor habe, ihn wieder zu träumen.
5. Was ist dein Lieblingsort?
Mein Bett. Hört sich vermutlich standard an, ist aber die Wahrheit. Das tut übrigens meinem Schlaf (wahrscheinlich?) nicht gut. Meine Mutter meinte mal, dass ihre Ärztin sagte, dass der Körper "verlernen" kann, zu "wissen", dass das Bett nur zum Schlafen ist - und da ich eigentlich fast den ganzen in meinem Bett verbringe, scheint mein Körper das "vergessen" zu haben.
Meine Fragen sind:
1. An was denkst du, wenn du das Wort Sonnenaufgang hörst?
2. Welches war das schönste, "teilbare" Erlebnis?
3. Mit welchem Tier kannst du dich am ehesten identifizieren?
4. Was ist dein größter Traum?
5. Welche Fantasywelt ist deine liebste?
6. Welchen Spruch findest du (zurzeit) am passendsten?
7. Wo möchtest du einmal sein?
8. Gibt es eine "höhere Macht" an die du glaubst? Wenn ja, welche?
9. Was hat dich heute zum Lächeln gebracht?
10. Wusstest du, dass ich dich/deinen Blog mag?
Ich tagge:
Jinny Wave
lia (vermutlich tue ich das jedes Mal, wenn ich getaggt werde, tut mir leid)
Lilly R
(Mehr Leute kann/will ich nicht taggen, einfach, weil ich nicht mehr so vielen folge - ich müsste dringend mal wieder auf Blogsuche gehen.)
Aktuelles Gewicht: 42,x kg
Aktueller BMI: 17,x
1,56 cm
Aktueller BMI: 17,x
1,56 cm
Dienstag, 17. Februar 2015
Montag, 16. Februar 2015
Klinik
Hiermit spreche ich explizit eine Triggerwarnung aus, besonders für Fee. Tut mir leid.
Meine Therapeutin meinte zu mir, ich solle in eine Klinik. Klinik. Dieses Wort, das sich irgendwie nach Pause, Gemeinschaft und Gleichgesinnten anhört. Dieses Wort, dass sich irgendwie nach Essen, Ekel, Hass, Angst, Zunahme und Tränen anhört. Dieses Wort, das mir solche Angst bereitet und gleichzeitig auf eine seltsame Art und Weise etwas ähnliches wie Vorfreude hervorruft. Versteht mich nicht falsch, ich renne nicht vor der Klinik schreiend davon, nicht mehr. Aber ich fiebere ihr jetzt auch nicht entgegen und würde alles dafür tun, um an diesen Punkt zu kommen. Ich würde lieber einfach nur zu Hause sein und den Leuten um mich herum erzählen, dass ich über eine Klinik nachdenke - was ich auch tue, aber den Teil, dass die Krankheit, die Angst vor dem vielen Essen und der Zunahme, stärker ist, verschweige ich jedes Mal, denn das zählt für die anderen nicht - und einfach nur ein bisschen mehr essen. Ein bisschen, bedeutet immer noch wesentlich zu wenig, aber das ist mir genug, vorerst.
Das war Donnerstag.
Am Freitag habe ich einer Freundin erzählt, dass "mich meine Therapeutin in eine Klinik stecken will" und als F., der neue Schüler, der das mitbekommen hatte, fragte, weshalb, sagte ich: "Magersucht." Er reagierte mit einem "Du bist doch nicht magersüchtig", woraufhin ich "Doch" entgegnete.
Du bist doch nicht magersüchtig.
Dieser Satz hat einiges in mir ausgelöst. Er hat mich irgendwie verletzt. Aber nur irgendwie. Er hat getriggert, ich habe den Rest des Schultages damit verbracht, meine Ferien mit essen - oder besser gesagt mit Nicht-essen - durchzuplanen, nur, um sämtliche Pläne einfach wieder auf den Haufen zu werfen. Den Wunsch, einfach wieder tagelang nichts zu essen, habe ich allerdings immer noch.
Gleichzeitig hat der Satz mir irgendwie gut getan. Ich war froh, dass jemand endlich mal sagte, was Sache war: Untergewicht - ja. Lebensgefährlich dünn - nein.
Ich erinnere mich daran, als meine Mutter mir einmal sagte Du siehst nicht krankhaft dünn aus und wie gut sie das fände. Als sie das sagte, hätte ich ihr am liebsten ins Gesicht geschrien, dass ich genau das will. Irgendwie. Ich hatte dieses Ereignis verdrängt, bis zu diesem Zeitpunkt. Jetzt hatte ich beide Sätze im Kopf und wusste, dass es wahr war, nicht meiner gestörten Selbstwahrnehmung entsprach.
Ich versuche trotzdem, möglichst viel abzunehmen, aber aufs Fasten verzichte ich dennoch. Stattdessen stopfe ich viel "gesundes" Zeug in mich rein und gleichzeitig viele Ballaststoffe, um meine Verdauung anzukurbeln und die Hoffnung, dadurch viel "abzunehmen" aufrecht zu erhalten, auch, wenn ich weiß, wie sinnlos das ist.
Davon abgesehen hat der Satz "Du bist doch nicht magersüchtig" der Klinik ein dickes, fettes Contra verpasst. Die Klinik rückt - rein willentlich betrachtet - immer weiter ab von mir und obwohl ich darüber froh bin, bin ich fast schon ein wenig enttäuscht darüber.
Ich habe das Gefühl, verrückt geworden zu sein.
Meine Therapeutin meinte zu mir, ich solle in eine Klinik. Klinik. Dieses Wort, das sich irgendwie nach Pause, Gemeinschaft und Gleichgesinnten anhört. Dieses Wort, dass sich irgendwie nach Essen, Ekel, Hass, Angst, Zunahme und Tränen anhört. Dieses Wort, das mir solche Angst bereitet und gleichzeitig auf eine seltsame Art und Weise etwas ähnliches wie Vorfreude hervorruft. Versteht mich nicht falsch, ich renne nicht vor der Klinik schreiend davon, nicht mehr. Aber ich fiebere ihr jetzt auch nicht entgegen und würde alles dafür tun, um an diesen Punkt zu kommen. Ich würde lieber einfach nur zu Hause sein und den Leuten um mich herum erzählen, dass ich über eine Klinik nachdenke - was ich auch tue, aber den Teil, dass die Krankheit, die Angst vor dem vielen Essen und der Zunahme, stärker ist, verschweige ich jedes Mal, denn das zählt für die anderen nicht - und einfach nur ein bisschen mehr essen. Ein bisschen, bedeutet immer noch wesentlich zu wenig, aber das ist mir genug, vorerst.
Das war Donnerstag.
Am Freitag habe ich einer Freundin erzählt, dass "mich meine Therapeutin in eine Klinik stecken will" und als F., der neue Schüler, der das mitbekommen hatte, fragte, weshalb, sagte ich: "Magersucht." Er reagierte mit einem "Du bist doch nicht magersüchtig", woraufhin ich "Doch" entgegnete.
Du bist doch nicht magersüchtig.
Dieser Satz hat einiges in mir ausgelöst. Er hat mich irgendwie verletzt. Aber nur irgendwie. Er hat getriggert, ich habe den Rest des Schultages damit verbracht, meine Ferien mit essen - oder besser gesagt mit Nicht-essen - durchzuplanen, nur, um sämtliche Pläne einfach wieder auf den Haufen zu werfen. Den Wunsch, einfach wieder tagelang nichts zu essen, habe ich allerdings immer noch.
Gleichzeitig hat der Satz mir irgendwie gut getan. Ich war froh, dass jemand endlich mal sagte, was Sache war: Untergewicht - ja. Lebensgefährlich dünn - nein.
Ich erinnere mich daran, als meine Mutter mir einmal sagte Du siehst nicht krankhaft dünn aus und wie gut sie das fände. Als sie das sagte, hätte ich ihr am liebsten ins Gesicht geschrien, dass ich genau das will. Irgendwie. Ich hatte dieses Ereignis verdrängt, bis zu diesem Zeitpunkt. Jetzt hatte ich beide Sätze im Kopf und wusste, dass es wahr war, nicht meiner gestörten Selbstwahrnehmung entsprach.
Ich versuche trotzdem, möglichst viel abzunehmen, aber aufs Fasten verzichte ich dennoch. Stattdessen stopfe ich viel "gesundes" Zeug in mich rein und gleichzeitig viele Ballaststoffe, um meine Verdauung anzukurbeln und die Hoffnung, dadurch viel "abzunehmen" aufrecht zu erhalten, auch, wenn ich weiß, wie sinnlos das ist.
Davon abgesehen hat der Satz "Du bist doch nicht magersüchtig" der Klinik ein dickes, fettes Contra verpasst. Die Klinik rückt - rein willentlich betrachtet - immer weiter ab von mir und obwohl ich darüber froh bin, bin ich fast schon ein wenig enttäuscht darüber.
Ich habe das Gefühl, verrückt geworden zu sein.
Donnerstag, 12. Februar 2015
Anti-Suizid Vertrag
Anti-Suizid Vertrag steht auf dem Blatt, das vor mir liegt. Mein Herz klopft. Welcher Zeitraum ist realistisch? Bis wann halte ich durch? Was sagt man in solchen Situationen? Ich sage zögernd, dass ich mir vorstellen kann, es bis Mitte April, wenn die Therapie endet, zu schaffen. Der Gesichtsausdruck meiner Therapeutin zeigt, dass ich ein bisschen übertrieben habe. Wir einigen uns auf den 05.03.
Dann redet sie von Klinik. Dass es besser wäre. Fragt, warum ich nicht will. Ist aber zufrieden, als ich sage, dass ich darüber nachdenke. Dass ich das seit Monaten tue, verschweige ich.
Dann redet sie von Klinik. Dass es besser wäre. Fragt, warum ich nicht will. Ist aber zufrieden, als ich sage, dass ich darüber nachdenke. Dass ich das seit Monaten tue, verschweige ich.
Ich erzähle meiner Mutter von dem Klinikpart, den Rest lasse ich weg, zumindest vorerst. Meine Mutter ist irgendwie...sauer. Wundert sich, warum die Frau immer wieder mit Klinik ankommt und ich bin meiner Mutter unglaublich dankbar, als sie sagt, dass sie denkt, eine Klinik wäre nicht das richtige für mich und das ganz allgemein. Wieder einmal bete ich, dass ich, sollte ich jemals Kinder haben, eine genauso gute Mutter sein werde, wie ich sie habe. Ich denke, ich habe unglaubliches Glück mit ihr und ich kann mir nicht wirklich vorstellen, eine bessere Mutter haben zu können. Umso mehr schmerzt es, zu wissen, was ich ihr antue. Ich will nicht ihr weh tun, sondern irgendwie mir, so komisch das auch klingt.
Der Tag war seltsam und ich glaube nicht, dass er besser wird.
Mittwoch, 11. Februar 2015
Zurück
Ich bin wieder da.
Und es geht mir nicht gut, ganz und gar nicht.
Aber es ist mir egal, dann blogge ich eben wieder hier, obwohl ich mich erst wieder melden wollte, sobald es mir besser ging.
Es ist einiges passiert.
Im August bin ich mit den Ministranten nach Rom gefahren, habe zuvor einer "Freundin" von meiner Essstörung erzählt, damit zumindest einer Bescheid weiß. Auf der Hinfahrt haben wir plötzlich angefangen, zu diskutieren, wann ich was wo und wie essen soll - sie wollte mir alles vorschreiben, was die Dinge nicht besser machte.
Am selben Abend sagte ich dann zu ihr, dass ich im Hotel etwas kleines essen würde - ein Junge, N., hatte das zufällig gehört und 'schrie' (er gehört zu diesen Menschen, die viel und laut reden), wie toll das doch sei und dass sie mich zum Glück "doch nicht zwangsernähren müssten".
Auf der Rückfahrt sagte besagte Freundin am Abend zu mir: "Ich mach mir ein bisschen Sorgen um dich." Auf die Frage, warum, antwortete sie: "Weil du heute so viel gegessen hast." Der siebentägige Romtrip war zwar schön, aber triggernd ohne Ende.
Im Oktober hatten wir Klassenfahrt - die ich abbrechen musste, weil ich es nicht geschafft habe, zu essen. In meiner Klassen wissen alle - bis auf den neuen Schüler, den wir seit ein paar Wochen haben - Bescheid. Es gibt eigentlich nie Fragen oder Blicke, nur S. stellt ab und zu fragen und das ist okay.
Nach dem Berlintrip hat meine Mutter die Waage umgestellt. Jetzt steht sie nicht mehr auf Teppichboden, sondern auf festen Boden und damit ist das Gewicht realistischer.
Ich habe eine Kunsttherapie angefangen und bin froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, trotz der teils triggerneden Sätze, die meine Kunsttherapeutin manchmal fallen lässt.
Meine Therapie bei meiner aktuellen Therapeutin endet Mitte April und ich kann es kaum erwarten. Ich hatte schon desöfteren mit meinen Eltern über einen Wechsel gesprochen, waren bei einer Psychiaterin, die meinte, ich soll es weiterhin mit meiner derzeitigen Therapeutin versuchen.
PTW
Ich habe ein neues Höchstgewicht erreicht und es wird von Tag zu Tag schlimmer, mit dieser...Menge (die ja eigentlich keine wirkliche Menge ist, aber an mir sieht es so...abartig aus) herumlaufen und sie spüren zu müssen.
Am Donnerstag hatte meine Schwester Geburtst
Das hat mich so sehr heruntergezogen, dass ich in derselben Nacht eine Überdosis Schlaftabletten genommen, aber es ist nichts passiert - keine einzige Nebenwirkung ist eingetreten, genau genommen hätte ich es gleich lassen können. Aber nun gut.
ag, den sie samstags mit der Familie gefeiert hat. Ich hab den Spaziergang mit dem Hund genutzt, um das Essen (zum ersten Mal) zu erbrechen.
PTW Ende
Gestern bin ich früher aus der Schule gegangen, da es mir aufgrund des PTW-Teils und dem Gefühl, von allem überfordert zu sein, viel zu schlecht ging, Heute bin ich deswegen zu Hause geblieben, aber meine Mutter meinte, ich soll morgen und übermorgen wieder hingehen und darf mich nicht entlassen lassen - egal, wie mies es mir geht.
Ich hatte mich monatelang nicht bei C. gemeldet, was mich total heruntergerissen und mir gleichzeitig sehr gut getan hat. Nach den drei 1/2 Monaten "C-freie" Zeit haben wir wieder geschrieben und sie hatte mir versprochen, sich nun mehr um meine Probleme zu kümmern und obwohl ich mich darüber freuen sollte, macht es mir irgendwie...Angst. Dafür sind zu viele negative Reaktionen in der Vergangenheit passiert, sobald ich von "ernsteren" Problemen gesprochen habe, z.B. als meine Essstörung anfing. Ich will ihr nicht weh tun, will nicht noch eine weitere, psychisch labile Freundin sein. Ich will die Freundin sein, die sich mit psychisch labilen Menschen umgibt, ohne großartig davon beeinflusst zu werden - zugegeben, das habe ich nicht geschafft, aber ich kann es letztendlich immer noch so aussehen zu lassen. Nicht, um ihr etwas vorzulügen, sondern, um mich selbst ein bisschen besser zu fühlen - denn dann bin ich stärker, zumindest bilde ich es mir ein.
Die Tatsache, dass es ihr zurzeit selbst nicht so gut zu gehen scheint, vergrößert den Drang, nicht über meine Probleme zu reden und ich denke, dass ich so schnell nicht mit ihr darüber reden werde.
Ich bin am 22.02. 9 Monate fressanfallfrei und ich bin zwar sehr stolz darauf, denke aber, dass ich vielleicht doch mal "absichtlich" einen Fressanfall haben sollte byw. beim nächsten Mal dem Drang, alles in mich reinzufressen, nachzugeben, in der Hoffnung, meinem Stoffwechsel damit etwas gutes zu tun.
Ich bin wieder da.
Und es geht mir nicht gut, ganz und gar nicht.
Und es geht mir nicht gut, ganz und gar nicht.
Aber es ist mir egal, dann blogge ich eben wieder hier, obwohl ich mich erst wieder melden wollte, sobald es mir besser ging.
Es ist einiges passiert.
Im August bin ich mit den Ministranten nach Rom gefahren, habe zuvor einer "Freundin" von meiner Essstörung erzählt, damit zumindest einer Bescheid weiß. Auf der Hinfahrt haben wir plötzlich angefangen, zu diskutieren, wann ich was wo und wie essen soll - sie wollte mir alles vorschreiben, was die Dinge nicht besser machte.
Am selben Abend sagte ich dann zu ihr, dass ich im Hotel etwas kleines essen würde - ein Junge, N., hatte das zufällig gehört und 'schrie' (er gehört zu diesen Menschen, die viel und laut reden), wie toll das doch sei und dass sie mich zum Glück "doch nicht zwangsernähren müssten".
Auf der Rückfahrt sagte besagte Freundin am Abend zu mir: "Ich mach mir ein bisschen Sorgen um dich." Auf die Frage, warum, antwortete sie: "Weil du heute so viel gegessen hast." Der siebentägige Romtrip war zwar schön, aber triggernd ohne Ende.
Im Oktober hatten wir Klassenfahrt - die ich abbrechen musste, weil ich es nicht geschafft habe, zu essen. In meiner Klassen wissen alle - bis auf den neuen Schüler, den wir seit ein paar Wochen haben - Bescheid. Es gibt eigentlich nie Fragen oder Blicke, nur S. stellt ab und zu fragen und das ist okay.
Nach dem Berlintrip hat meine Mutter die Waage umgestellt. Jetzt steht sie nicht mehr auf Teppichboden, sondern auf festen Boden und damit ist das Gewicht realistischer.
Ich habe eine Kunsttherapie angefangen und bin froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, trotz der teils triggerneden Sätze, die meine Kunsttherapeutin manchmal fallen lässt.
Meine Therapie bei meiner aktuellen Therapeutin endet Mitte April und ich kann es kaum erwarten. Ich hatte schon desöfteren mit meinen Eltern über einen Wechsel gesprochen, waren bei einer Psychiaterin, die meinte, ich soll es weiterhin mit meiner derzeitigen Therapeutin versuchen.
PTW
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| Und ja, das bin ich... |
Am Donnerstag hatte meine Schwester Geburtst
Das hat mich so sehr heruntergezogen, dass ich in derselben Nacht eine Überdosis Schlaftabletten genommen, aber es ist nichts passiert - keine einzige Nebenwirkung ist eingetreten, genau genommen hätte ich es gleich lassen können. Aber nun gut.
ag, den sie samstags mit der Familie gefeiert hat. Ich hab den Spaziergang mit dem Hund genutzt, um das Essen (zum ersten Mal) zu erbrechen.
PTW Ende
Gestern bin ich früher aus der Schule gegangen, da es mir aufgrund des PTW-Teils und dem Gefühl, von allem überfordert zu sein, viel zu schlecht ging, Heute bin ich deswegen zu Hause geblieben, aber meine Mutter meinte, ich soll morgen und übermorgen wieder hingehen und darf mich nicht entlassen lassen - egal, wie mies es mir geht.
Ich hatte mich monatelang nicht bei C. gemeldet, was mich total heruntergerissen und mir gleichzeitig sehr gut getan hat. Nach den drei 1/2 Monaten "C-freie" Zeit haben wir wieder geschrieben und sie hatte mir versprochen, sich nun mehr um meine Probleme zu kümmern und obwohl ich mich darüber freuen sollte, macht es mir irgendwie...Angst. Dafür sind zu viele negative Reaktionen in der Vergangenheit passiert, sobald ich von "ernsteren" Problemen gesprochen habe, z.B. als meine Essstörung anfing. Ich will ihr nicht weh tun, will nicht noch eine weitere, psychisch labile Freundin sein. Ich will die Freundin sein, die sich mit psychisch labilen Menschen umgibt, ohne großartig davon beeinflusst zu werden - zugegeben, das habe ich nicht geschafft, aber ich kann es letztendlich immer noch so aussehen zu lassen. Nicht, um ihr etwas vorzulügen, sondern, um mich selbst ein bisschen besser zu fühlen - denn dann bin ich stärker, zumindest bilde ich es mir ein.
Die Tatsache, dass es ihr zurzeit selbst nicht so gut zu gehen scheint, vergrößert den Drang, nicht über meine Probleme zu reden und ich denke, dass ich so schnell nicht mit ihr darüber reden werde.
Ich bin am 22.02. 9 Monate fressanfallfrei und ich bin zwar sehr stolz darauf, denke aber, dass ich vielleicht doch mal "absichtlich" einen Fressanfall haben sollte byw. beim nächsten Mal dem Drang, alles in mich reinzufressen, nachzugeben, in der Hoffnung, meinem Stoffwechsel damit etwas gutes zu tun.
Ich bin wieder da.
Und es geht mir nicht gut, ganz und gar nicht.
Dienstag, 24. Juni 2014
Entschluss
Ich habe mich dazu entschlossen, das Bloggen - nach ein paar längere Pausen - aufzuhören. Es hat mir zwar total gut getan und wenn ich ehrlich bin, lerne ich durch's Schreiben manchmal mehr über mich, als ich zuvor wusste. Aber ich merke schon wieder, wie sehr mich das Blog lesen triggert. Ich könnte natürlich einfach nur meine Einträge schreiben und das Blog lesen lassen, aber ich weiß, dass ich ja doch nicht widerstehen und lesen würde. Und dann würde mich das - mehr oder weniger - triggern und ich bezweifel, dass meine (mehr oder weniger freiwillige) Recovery dadurch unterstützt wird.
Vielleicht Vermutlich werde ich wieder melden, zumindest, sobald es mir besser geht. Zumindest ist das geplant, ob das wirklich so funktioniert, weiß ich nicht.
Trotzdem wollte ich Bescheid geben, damit niemand denkt, ich wäre umgekippt oder so. Und ich werde sicherlich viele Blogs bzw. die Personen vermissen und vielleicht trotzdem mal vorbeischauen.
Trotzdem wollte ich Bescheid geben, damit niemand denkt, ich wäre umgekippt oder so. Und ich werde sicherlich viele Blogs bzw. die Personen vermissen und vielleicht trotzdem mal vorbeischauen.
Freitag, 20. Juni 2014
Gespräche und Backen
"Sag mal, hast du jetzt eigentlich nochmal gewogen?" Ich starre meinen Vater an und blinzle verwirrt in die Morgensonne. Mein Vater sagt (endlich?) etwas zu meiner Essstörung. Ich nicke. Sage, dass ich abgenommen habe [eine kleine, wenn auch vielleicht unwichtige Nebeninfo: mein BMI liegt nun bei 14,9]. Und dann rechnet mein Vater meinen Grundbedarf aus, redet plötzlich davon, dass ich versuchen soll, jeden Tag auf 1000 Kalorien zu kommen. Tausend Kalorien. Das schaffe ich gerade mal in 2-4 Tagen, wenn überhaupt. Aber täglich? Ja, vielleicht würde das hinhauen. Mit kalorienreichen Getränken. Oder Nüssen oder sowas. Aber ich habe seit meiner "Kalorienangst" keine Getränke mit Kalorien getrunken. Und Nüsse mochte ich noch nie wirklich. Deswegen scheint mir das ganze unmöglich. Gut, vielleicht nicht ganz unmöglich, aber...in meinem Kopf ist einfach nur ein ganz großes, schrilles "Nein". Irgendwann kommt meine Mutter dazu. Sie weint. Ich weine. Ich schweige fast durchgehend, antworte nur einsilbig, aus Angst, alles noch schlimmer zu machen. Wir kommen darauf, dass ich demnächst zur Ärztin zum Wiegen muss und die mich vielleicht einweisen lässt, wenn ich weiter abnehme, dass man nicht einfach aus einer Klinik rauskomme. "Doch, da kommt man schon raus...", sage ich und verschweige, dass es durchaus vorkommt, dass man aus der Klinik rausgeschmissen wird, wenn man nicht (schnell) genug zunimmt. Ich habe so viele Dokumentationen darüber gesehen, dass ich mir sicher bin, dass ziemlich viele Kliniken so handeln. Irgendwann sagt meine Mutter völlig verheult: "Damals im Krankenhaus haben sie dir das ganze Essen reingezwängt und du musstest drei Kilo wiegen und vorher durftest du nicht raus. Und jetzt sind 14 Jahre später wieder an dem Punkt. Ich will nicht, dass du wieder ins Krankenhaus kommst." Mir haben schon viele Sätze das Herz gebrochen, aber ich glaube, dieser Satz gehört zu den "Top 10". Mein Vater fragt immer wieder, was man denn machen könnte, betont, dass er nicht verstehen kann, wie man Untergewicht verschlimmern will, dass ich bloß nicht anfangen soll zu kotzen und dass er mich sonst höchstpersönlich einweisen lässt. Und immer wieder fällt der Satz "Dann trink doch wenigstens normale Cola. Du brauchst doch Zucker und Energie, mensch.", was ich mit einem quengelnden "Nein, ich will aber nicht" abtue. Dass ich mir dabei wie ein kleines Kind vorkomme, muss ich wahrscheinlich nicht erwähnen.
Nachdem wir uns alle wieder beruhigt haben beziehungsweise mussten, weil meine Schwester aufgewacht war, gehe ich mit meiner Mutter einkaufen, weil ich vor ein paar Tagen ein Erdnussbutter-Cookie-Rezept gefunden habe, welches ich unbedingt ausprobieren wollte, wir aber keine Erdnussbutter mehr hatten.
Anschließend bin ich 2 bis 3 1/2 Stunden mit backen beschäftigt. Meine Mutter sieht mir dabei immer wieder mal kurz zu und meint irgendwann, ich solle doch öfter kochen und/oder backen, weil ich dann eine andere Beziehung zum Essen - zumindest zum eigenen - hätte. Irgendwie bezweifle ich das. Wie oft hört man davon, dass Essgestörte wie verrückt kochen und backen und davon nichts oder nur wenig auch essen? Ich will nicht zu diesen Essgestörten gehören. Wovor ich aber am meisten Angst habe, ist, dass ich dann immer wieder die Kalorienangaben kontrolliere, in der Hoffnung, sie würden sich verändert und sie, nachdem ich fertig gekocht habe, auswendig kann. Dennoch werde ich jetzt öfter Kochen oder Backen. Ich werde das vermutlich eh irgendwann brauchen, egal, ob krank oder nicht. Da kann ich das doch einfach nutzen, in der Hoffnung, es wird mich irgendwie beim Gesund werden unterstützen.
Später erzählt mir meine Mutter, dass meine Schwester morgens, nachdem ich gegangen bin, gefragt hat, was los sei, weil ich noch völlig verheult war. Meine Eltern hatten sich dafür entschieden, dass ich ihr das sagen soll, vor allem, weil meine Schwester ja auch Fragen haben könnte, die weder meine Mutter noch mein Vater beantworten können.
Da meine Schwester den ganzen Tag unterwegs war, fragt sich mich abends, was denn mit mir wäre. Es kommt mir ziemlich dumm und unglaubwürdig vor, zu sagen "Ich hab Magersucht", während ich einen meiner Kekse esse. Also zögere ich das ganze hinaus. Sie weiß es immer noch nicht und irgendwie schäme ich mich dafür.
Nachdem wir uns alle wieder beruhigt haben beziehungsweise mussten, weil meine Schwester aufgewacht war, gehe ich mit meiner Mutter einkaufen, weil ich vor ein paar Tagen ein Erdnussbutter-Cookie-Rezept gefunden habe, welches ich unbedingt ausprobieren wollte, wir aber keine Erdnussbutter mehr hatten.
Anschließend bin ich 2 bis 3 1/2 Stunden mit backen beschäftigt. Meine Mutter sieht mir dabei immer wieder mal kurz zu und meint irgendwann, ich solle doch öfter kochen und/oder backen, weil ich dann eine andere Beziehung zum Essen - zumindest zum eigenen - hätte. Irgendwie bezweifle ich das. Wie oft hört man davon, dass Essgestörte wie verrückt kochen und backen und davon nichts oder nur wenig auch essen? Ich will nicht zu diesen Essgestörten gehören. Wovor ich aber am meisten Angst habe, ist, dass ich dann immer wieder die Kalorienangaben kontrolliere, in der Hoffnung, sie würden sich verändert und sie, nachdem ich fertig gekocht habe, auswendig kann. Dennoch werde ich jetzt öfter Kochen oder Backen. Ich werde das vermutlich eh irgendwann brauchen, egal, ob krank oder nicht. Da kann ich das doch einfach nutzen, in der Hoffnung, es wird mich irgendwie beim Gesund werden unterstützen.
Später erzählt mir meine Mutter, dass meine Schwester morgens, nachdem ich gegangen bin, gefragt hat, was los sei, weil ich noch völlig verheult war. Meine Eltern hatten sich dafür entschieden, dass ich ihr das sagen soll, vor allem, weil meine Schwester ja auch Fragen haben könnte, die weder meine Mutter noch mein Vater beantworten können.
Da meine Schwester den ganzen Tag unterwegs war, fragt sich mich abends, was denn mit mir wäre. Es kommt mir ziemlich dumm und unglaubwürdig vor, zu sagen "Ich hab Magersucht", während ich einen meiner Kekse esse. Also zögere ich das ganze hinaus. Sie weiß es immer noch nicht und irgendwie schäme ich mich dafür.
Donnerstag, 19. Juni 2014
Zurück
Hier bin ich wieder und wie es aussieht, habe ich 10 Tage ohne Waage überstanden. Es war eigentlich ganz okay, das eigentliche Problem dabei war nur, dass - ausgerechnet seit diesem Jahr - plötzlich in jeder Ferienwohnung jeweils eine Waage stand. Für einen Moment hatte ich gehofft, dass ich mich doch noch wiegen könnte - aber natürlich hat die Waage gewackelt. Mal wog ich 34,6, dann 35,9, dann wieder 38,2 und so weiter. Erst hat mich das wahnsinnig gemacht, dann dachte ich, ich nutze den Urlaub einfach mal dazu, so weit wie möglich zu versuchen, von meinen Essstörungs-Gedanken Urlaub zu nehmen und zu versuchen, ein bisschen mehr zu essen. Anfangs hat das funktioniert. Aber dann bin ich eines Tages aufgewacht und fühlte meinen Bauch, wie er sich über den Bund meiner Hose wölbte. Und zwar sehr, was dazu führte, dass ich mein Essen wieder etwas einschränkte. Und es wurde immer schlimmer. Mit jedem Versuch bzw Tag, gesünder zu werden, desto schlimmer scheint das ganze so werden. Und ich denke nicht, dass man sowas als "Rückfall" bezeichnen kann, oder?
Was die Therapie betrifft: Ich werde zum zweiten "Testgespräch" gehen, weil ich mir immer noch unsicher bin.
Und eure Blogs werde ich mit der Zeit lesen, weil mir ja eine Menge "fehlt" und ich das nachholen möchte. An die, die jeden Tag bloggen: Ich werde nur die letzten zwei, drei Posts lesen, um zumindest ein bisschen mitzukommen. Hoffentlich ist das für okay so.
Was die Therapie betrifft: Ich werde zum zweiten "Testgespräch" gehen, weil ich mir immer noch unsicher bin.
Und eure Blogs werde ich mit der Zeit lesen, weil mir ja eine Menge "fehlt" und ich das nachholen möchte. An die, die jeden Tag bloggen: Ich werde nur die letzten zwei, drei Posts lesen, um zumindest ein bisschen mitzukommen. Hoffentlich ist das für okay so.
Sonntag, 8. Juni 2014
Waage (Edit)
Morgen werde ich mit meiner Familie für 10 Tage in den Urlaub fahren, deswegen werde ich selten bis gar nicht in der Zeit posten. Das bedeutet: 10 Tage ohne Waage. Ich flippe ja jetzt schon aus, wenn ich nur daran denke. Wie soll das dann im Urlaub werden? Wie konnte es nur soweit kommen?
Samstag, 7. Juni 2014
Halbherzige Therapie
"Man könnte hier so 'ne schöne Wohnung draus machen!", stelle ich fest, als ich mit meiner Mutter im Wartezimmer sitze. "Stimmt." Wir überlegen zusammen, welcher Raum das Wartezimmer wohl in einer "normalen" Wohnung wäre.
Als ich das Zimmer betrete, denke ich nur eines: Das wäre das Wohnzimmer. Und ungefähr so ist es auch eingerichtet. Mein Blick fällt auf eine Couch und würde am liebsten laut lachen, so klischeehaft kommt mir das Ganze vor. Ich entscheide mich trotzdem für den Sessel, die Therapeutin, Frau F., setzt sich mir gegenüber. Sie fragt nach meinem Namen, den Grund, warum ich hier bin, ob ich überhaupt freiwillig bei ihr bin ("Teilweise...also, teilweise wegen Mama, teilweise wegen mir." Was irgendwie gelogen ist. Ich tue es eigentlich für meine Mutter beziehungsweise für meine Familie allgemein, weil ich uns nicht an den Punkt, an der die Familie an sowas kaputt geht, bringen will. Und obwohl ich weiß, dass das nicht richtig ist, dass das ganze so nur Zeitverschwendung ist, tue ich es.) was ich wiege, wie groß ich bin, wie es zu dem ganzen kam...Ihre Frage sind manchmal - meiner Meinung nach - ein wenig verschwommen, ich muss nachfragen, was sie überhaupt von mir will. Irgendwann fragt sie: "Und was hast du heute gegessen?" Ich erzähle es ihr und bin überrascht, als sie fragt: "Und wie viele Kalorien sind das?" Ich bin nicht überrascht, weil ich auf die Frage nicht vorbereitet bin, sondern, weil ich es inzwischen so sehr gewohnt bin, die Kalorienzahlen auswendig zu kennen, dass ich oft vergesse, dass eben nicht jeder sowas auswendig weiß, weil es ja doch irgendwie total unwichtig ist. Nachdem ich ihr die Zahl genannt habe, lässt sich ein "Okaay, das ist ja jetzt nicht wirklich viel.Was kommt noch dazu?" von sich hören, was ich mit einem "Weiß ich nicht." beantworte und bekämpfe den Gedanken Gar nichts. Am Ende fragt sie, ob ich mir das mit der Therapie nochmal durch den Kopf gehen lassen will oder ob ich mich sofort für die weiteren vier "Teststunden" entscheide. Ich will mir das ganze nochmal durch den Kopf gehen lassen, aber zurzeit, jetzt, in diesem Moment, würde ich mich dagegen entscheiden, weil ich nur (wenn überhaupt) halbherzig bei der Sache dabei und dass der absolut falsche Ansatz wäre, das weiß ich selbst. Aber wenn ich es nicht tue, wird die Chance, dass die Familie darunter leidet, größer und das will ich auch nicht.
Diese Essstörung hat aus meinem kompletten Leben nur noch einziges "Soll oder soll ich nicht?" gemacht.
Als ich das Zimmer betrete, denke ich nur eines: Das wäre das Wohnzimmer. Und ungefähr so ist es auch eingerichtet. Mein Blick fällt auf eine Couch und würde am liebsten laut lachen, so klischeehaft kommt mir das Ganze vor. Ich entscheide mich trotzdem für den Sessel, die Therapeutin, Frau F., setzt sich mir gegenüber. Sie fragt nach meinem Namen, den Grund, warum ich hier bin, ob ich überhaupt freiwillig bei ihr bin ("Teilweise...also, teilweise wegen Mama, teilweise wegen mir." Was irgendwie gelogen ist. Ich tue es eigentlich für meine Mutter beziehungsweise für meine Familie allgemein, weil ich uns nicht an den Punkt, an der die Familie an sowas kaputt geht, bringen will. Und obwohl ich weiß, dass das nicht richtig ist, dass das ganze so nur Zeitverschwendung ist, tue ich es.) was ich wiege, wie groß ich bin, wie es zu dem ganzen kam...Ihre Frage sind manchmal - meiner Meinung nach - ein wenig verschwommen, ich muss nachfragen, was sie überhaupt von mir will. Irgendwann fragt sie: "Und was hast du heute gegessen?" Ich erzähle es ihr und bin überrascht, als sie fragt: "Und wie viele Kalorien sind das?" Ich bin nicht überrascht, weil ich auf die Frage nicht vorbereitet bin, sondern, weil ich es inzwischen so sehr gewohnt bin, die Kalorienzahlen auswendig zu kennen, dass ich oft vergesse, dass eben nicht jeder sowas auswendig weiß, weil es ja doch irgendwie total unwichtig ist. Nachdem ich ihr die Zahl genannt habe, lässt sich ein "Okaay, das ist ja jetzt nicht wirklich viel.Was kommt noch dazu?" von sich hören, was ich mit einem "Weiß ich nicht." beantworte und bekämpfe den Gedanken Gar nichts. Am Ende fragt sie, ob ich mir das mit der Therapie nochmal durch den Kopf gehen lassen will oder ob ich mich sofort für die weiteren vier "Teststunden" entscheide. Ich will mir das ganze nochmal durch den Kopf gehen lassen, aber zurzeit, jetzt, in diesem Moment, würde ich mich dagegen entscheiden, weil ich nur (wenn überhaupt) halbherzig bei der Sache dabei und dass der absolut falsche Ansatz wäre, das weiß ich selbst. Aber wenn ich es nicht tue, wird die Chance, dass die Familie darunter leidet, größer und das will ich auch nicht.Diese Essstörung hat aus meinem kompletten Leben nur noch einziges "Soll oder soll ich nicht?" gemacht.
Donnerstag, 5. Juni 2014
Therapie
Heute habe ich meine erste Therapiestunde. Ich weiß nicht, welche Fragen sie mir genau stellen wird, aber seitdem ich den Termin kenne, denke ich darüber nach, was ich darauf antworten soll, falls sie fragt, ob ich überhaupt gesund werden will. Die Antwort an sich ist für mich klar: "Jain. Einerseits will ich es. Andererseits irgendwie nicht." [siehe letzten Post] Klar, krank sein, durchgehend Schmerzen und Angst haben und müde sein, das alles will ich nicht. Aber ich will meine Routine behalten. Und sollte sie fragen, wie ich das meine, werde ich das wahrscheinlich so sagen. Trotz allem habe ich - für den Fall der Fälle - versucht, verzweifelt einen Vergleich gesucht. Den habe ich dann auch gefunden, als ich nach Schwachstellen suchte, fand ich keine, aber jetzt, nachdem ich das ganze nochmal durchgegangen bin, habe ich fast überall Schwachstellen gefunden. Jetzt stelle ich mir folgende Fragen:
1. Warum ist es so schwer, einen Vergleich dafür zu finden, ohne, dass keine, oder zumindest kaum Schwachstellen zu finden sind?
2. Warum "plane" ich das Ganze überhaupt?
3. Bin ich jetzt völlig verrückt?
4. Lohnt sich unter diesen Umständen überhaupt eine Therapie?
1. Warum ist es so schwer, einen Vergleich dafür zu finden, ohne, dass keine, oder zumindest kaum Schwachstellen zu finden sind?
2. Warum "plane" ich das Ganze überhaupt?
3. Bin ich jetzt völlig verrückt?
4. Lohnt sich unter diesen Umständen überhaupt eine Therapie?
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