Ich sitze neben Sophie, meiner wundervollen, allerliebsten Sophie und denke über beste Freundschaften nach. Frage mich, ob sie vielleicht in der Zeit, in der ich mit ihr ein Zimmer teilte, zu meiner besten Freundin wurde, während sie mir wieder und wieder Geschichten von ihrer eigenen besten Freundin erzählte. Ich fand das nicht schlimm. Seitdem ich denken kann, hatten meine beste Freundinnen nicht mich als beste Freundin, sondern andere als beste Freundin. Und das war okay. Schon immer. Ich sage: "Oh Mann, du kriegst die ganze Zeit meinen Rauch ins Gesicht, tut mir leid!" Standardsatz. Ich klopfe die Asche an meiner Zigarette ab. Sie sagt, dass es ihr es egal ist. Standardsatz. Irgendwann erzählt sie erneut eine Geschichte von ihrer besten Freundin, entschuldigt sich dafür, dass sie so viel von ihr redet. "Ist doch okay, ich mein, sie ist immerhin deine beste Freundin", meine ich. Sophie guckt man an, mit ihren großen, braunen Augen und könnte sie umarmen, so süß sieht sie aus. "Nein, sie ist meine Königin! Du bist meine beste Freundin!", ruft sie und obwohl ich mir nicht sicher, was davon wahr und was davon übertrieben ist, wird mir plötzlich klar, dass sie in den 6 Wochen, in denen ich der Psychiatrie war, zu meiner besten Freundin geworden ist.
Umso schwerer war es dann, sich am Mittwoch, als ich entlassen wurde, von ihr zu verabschieden - und umso freudiger die Erlaubnis meiner Mutter, gerade mal eine Stunde, nachdem ich zu Hause angekommen bin, wieder in die Stadt zu dürfen, um Sophie beim freien Stadtausgang Gesellschaft zu leisten.
Ich vermisse Sophie total. Und inzwischen weiß ich, dass sie meine beste Freundin ist - egal, ob das auf Gegenseitigkeit beruht oder nicht.
ach das ist beautiful.
AntwortenLöschenschöööön dass du wieder da bist! hats denn was gebracht?
klinik ist ja eher immer so eine schutzkugel, in der man sicherer ist und ein paar verteidungstricks für die große böse welt lernt. man darf das alles nur nicht wieder VERlernen.♥