Ich habe seit Montagabend
meinem Selbstmordversuch einiges erlebt und immer wieder habe ich gewisse Situationen in meinem Kopf zurecht gelegt, sodass ich sie einfach als Blogpost hätte herunter schreiben müssen. Allerdings kam die Schreiberin in mir zu sehr zum Vorschein und auf einmal klang es gekünstelt, erfunden und irgendwie peinlich. Deswegen werde ich das ganze einfach mal etwas zusammenfassen.
Montagabend habe ich einige Schlaftabletten geschluckt. Waren wohl nicht genug
und außerdem irgendein pflanzliches Zeug, ich hätte höchstens von einem Schock Schaden nehmen können. Wie auch immer. Da ich C. irgendwann mal versprochen hatte, ihr zu schreiben, wenn ich es nicht mehr aushalten würde, habe ich das getan. Sie wollte mich nicht aufhalten, sondern einfach nur mit mir reden, hatte sie mir damals versichert. Das Gespräch mit C. lief nicht so prickelnd, was alles nur noch schlimmer gemacht hatte.
Die-Montag-auf-Dienstag-Nacht bestand aus rumwälzen, Augen zukneifen, mein Herz, das sich irgendwie seltsam anfühlte und zog und zwickte, überdeutlich spüren und immer wieder betteln, dass ich einfach nie wieder aufwachen würde.
Dienstagmorgen bin ich aufgewacht und das erste, was mir in den Kopf kam, war, einfach noch mal Tabletten zu nehmen und diesmal doppelt so viele wie am Abend davor. Den Gedanken habe ich dann aber wieder verdrängt, weil irgendetwas tief in mir wusste, dass das nur ein Momentgedanke war.
Dienstag(vor)mittag habe ich in der Schule erstmal schön geheult und mich dann entlassen lassen, auf L.s Empfehlung, der ich davon erzählt hatte.
Dienstagmittag habe ich meiner Mutter davon erzählt, wenn auch nach einigem Hin und Her. Erst wurde geschrien, dann wurde geheult.
Dienstagabend habe ich dann meiner Kunsttherapeutin davon erzählt, die dann auch die Psychiaterin, die uns "zusammen gebracht" hat, dazugeholt hat. Jetzt muss ich ein leichter Antidepressiva nehmen und habe morgen mit meiner Mutter einen Termin bei ihr. Dort wird dann besprochen, ob ich kurzzeitig in eine Klinik komme, bis ich wieder stabil(er) bin.
Auf der Heimfahrt hat meine Mutter geheult und war so fertig, dass ich oft Angst hatte, dass sie einen Unfall bauen würde, weil sie so durcheinander war.
Heute bin ich nicht in die Schule gegangen, weil ich zum Arzt musste, aufgrund des EKGs und der Blutabnahme wegen dem Antidepressiva. Da hat meine Mutter auch immer wieder geheult. Ich hab immer wieder versucht, sie irgendwie zu trösten und auf meiner Zunge lag immer wieder ein "Ich bin doch da. Ich bin doch
da.", aber ich hab es nie ausgesprochen, vor allem, weil ich oft das Gefühl hatte, dass dieser Satz alles nur noch schlimmer machen wird.